Trina Solar
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Trina Solar vor Comeback? Solarexperte Wolfgang Hummel war vor Ort

Keine Solarfirma produziert derzeit günstiger. Dennoch blieb zuletzt auch die chinesische Trina Solar hinter den Erwartungen zurück. Charttechnisch bleibt es spannend.

Wolfgang Hummel weiß, wovon er spricht. Er nimmt selbst Reisen nach China auf sich, um Produktionsanlagen von Firmen wie Trina Solar vor Ort zu besichtigen. Gegenüber dem AKTIONÄR sagte er nun hinsichtlich der operativen Entwicklung des Solarmodulherstellers: "Auch die Chinesen werden Opfer des eigenen Erfolges. Die Überkapazitäten führten zu einem Preisverfall, der die Margen deutlich reduziert."

Dennoch sieht er weiterhin Vorteile: "Die chinesischen Modulhersteller der 1. Reihe wie Trina können, im Gegensatz zu den deutschen Herstellern, vom PV-Boom in Deutschland profitieren. (Vergleich: Q4 2011 Marktanteil Deutschland 28,1 Prozent; Q1 2012 36,7 Prozent). Der Rückgang des Absatzes in den USA, nicht zuletzt wegen der Anti-Dumping-Debatte, konnte von Trina durch hohen Umsatz in Deutschland wettgemacht werden."

Buy-on-bad-News

Trina Solar hatte unlängst seine Zahlen für das zweite Quartal 2012 vorgelegt. Umsatz und Verlust lagen unter den Erwartungen der Analysten. Doch auch die Reduzierung der Jahresprognose von ursprünglich 2,0 bis 2,1 Gigawatt auf nunmehr 1,75 bis 1,80 Gigawatt konnte niemanden mehr schockieren - die Aktie legte in einer ersten Reaktion sogar zu.

Kostenführer

Zumal es auch positive Nachrichten von Trina gab. Der Cashbestand ist auf 841 Millionen Dollar angewachsen. Demgegenüber stehen Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 1.199 Millionen Euro - ein im Vergleich zur Konkurrenz sehr gutes Verhältnis. Ebenfalls positiv ist die Nachricht, dass die nicht-siliziumabhängigen Produktionskosten weiter gesenkt werden konnten. Von 0,58 Dollar pro Watt im ersten Quartal auf nur noch 0,52 Dollar pro Watt im zweiten Quartal. Kein anderer Solarkonzern produziert derzeit günstiger.

Charttechnisch angeschlagen

Noch befindet sich das Papier im eingezeichneten kurzfristigen Abwärtstrend und unter dem Widerstand bei fünf Euro. Vorsichtige Investoren warten daher eine charttechnische Trendwende ab. Doch mutige Anleger können durchaus bereits eine erste Position eingehen (siehe auch: "Bester Solaranalyst der Welt"). Schon 2008 hatte sich die Trina-Aktie nach einer Branchenkrise mehr als verzehnfacht. Ein erneutes Comeback der Aktie ist - wenngleich wohl nicht in einem ähnlich gewaltigen Ausmaß - durchaus möglich.

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| Werner Sperber | 0 Kommentare

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