Solarworld
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Kolumne: Freiheit für Ribery, Lahm, Lewandowski - und Solar!

Ein Appell für die Freiheit auf dem Fußballplatz und in den Märkten. Denn der Alptraum Überregulierung wird immer öfter Realität. Jüngster Auswuchs: Die Einführung von Strafzöllen auf Solarmodule aus China.

Champions-League-Finale in London. Auf dem Platz politisch korrekte und amtlich geprüfte Mannschaften von Bayern München und Borussia Dortmund: Im Tor steht Sepp Meier, um ältere Mitarbeiter nicht zu diskrimieren. Dem Torwartidol ist langweilig: Denn Gewerkschaften haben das für Spieler zu anstrengende Power-Pressing verboten. Die Besten fehlen ohnehin: Lahm und Götze sind zu klein für die EU-Norm. Über den Platz spazieren zwei Quoten-Spielerinnen, das Stürmerschnäppchen Robert Lewandowski wurde hingegen nie gekauft: die EU-Kommission hatte hohe Strafzölle wegen polnischer "Dumping-Preise" für Fußballer ausgesprochen. Seit die Passaktionssteuer auf jedes Zuspiel eingeführt wurde, ist auch das schnelle Tiki-Taka Vergangenheit. Einen Sieger gibt es nicht: Wenn eine der Mannschaften nach 90 Minuten zu verlieren droht, rufen Politiker und Manager mit Geldscheinen in der Hand nach einem Bail-out und kaufen sich immer wieder zehn Spielminuten...

Aufgewacht! Es war zum Glück nur ein Albtraum.

Doch in der Wirtschaft und an der Börse sind skurrile Überregulierung und Einmischung längst Realität. Jüngster Auswuchs: Die Einführung von Strafzöllen auf Solarmodule aus China. Statt sich über günstige Sonnenkraft zu freuen und in Europa finanzielle und personelle Kraft aus nicht wettbewerbsfähigen Bereichen für andere Teile der Wertschöpfungskette (Solar-Maschinenbau, Projektierung, Innovationen) frei zu machen, werden de facto die Preise für ein Massenprodukt diktiert. Die durch die langjährige EEG-Überförderung ausgelösten Exzesse werden jetzt durch Überregulierung noch künstlich verlängert. Eine Konsequenz: Höhere Modulkosten und Gesamt-Strompreise erhöhen den Standortnachteil Europas gegenüber China sogar noch, statt ihn zu verbessern.

Sicher, die Politik sollte zuverlässige Regeln und Rahmenbedingungen schaffen. Doch wie ein übereifriger Schiedsrichter das Spiel zerstört, schadet zu viel Politik der Wirtschaft und dem Markt. Lasst die Riberys dieser Welt frei tanzen, habt Mut zu einzelnen Rückschlägen - und am Ende gewinnen alle.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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