Evotec
- DER AKTIONÄR

Traum-Aktie

Man liegt im Bett, wälzt sich von einer Seite auf die andere. Man ist müde, aber der erlösende Schlaf will einfach nicht kommen. So oder ähnlich erleben dies Millionen von Menschen Tag für Tag. Allein in Deutschland leiden über 15 Prozent der Bevölkerung an Schlafstörungen. Werden sie nicht erkannt beziehungsweise nicht behandelt, steigt unter anderem die Unfallrate, aber auch das Risiko für Folgeerkrankungen wie Depressionen.

Schlafstörungen liegen mittlerweile auf Rang 3 der Gründe für einen Arztbesuch. Der Produktkandidat EVT 201 von Evotec könnte nicht nur Patienten zu angenehmen Träumen verhelfen.

Man liegt im Bett, wälzt sich von einer Seite auf die andere. Man ist müde, aber der erlösende Schlaf will einfach nicht kommen. So oder ähnlich erleben dies Millionen von Menschen Tag für Tag. Allein in Deutschland leiden über 15 Prozent der Bevölkerung an Schlafstörungen. Werden sie nicht erkannt beziehungsweise nicht behandelt, steigt unter anderem die Unfallrate, aber auch das Risiko für Folgeerkrankungen wie Depressionen.

In Phase II

Die Lösung für viele Leidende könnte der Medikamentenkandidat EVT 201 von Evotec bringen. Das Produkt befindet sich derzeit in Phase II der klinischen Tests. In den USA werden demnächst Ergebnisse erwartet. Zuvor hat EVT 201 in zwei Phase I/II-Studien bereits eine gute Wirkung gezeigt. Branchenexperten schreiben dem Präparat ein jährliches Umsatzpotenzial von rund 850 Millionen Euro in 15 Jahren zu. Aber die Pipeline von Evotec hat noch weitaus mehr zu bieten. So befinden sich mit EVT 101 und EVT 302 zwei weitere Produktkandidaten in Phase I. Wie das Unternehmen vor kurzem mitteilte, soll EVT 302 bei Nikotinabhängigkeit zum Alzheimer zum Einsatz kommen – einem Milliardenmarkt. Auch EVT 101, das bei Alzheimer und neuropathischen Schmerzen eingesetzt werden soll, wird Blockbuster-Potenzial zugerechnet. Noch in diesem Jahr will Evotec mit Tests der Phase II beginnen. Bis zum Jahr 2022 rechnet Sal. Oppenheim mit Spitzenumsätzen von 950 Millionen Euro pro Jahr. Des Weiteren verfügt Evotec über aussichtsreiche Plattformen, für deren Nutzung das Unternehmen Gebühren erhält. Mit Altana, Novartis und Roche – um nur einige zu nennen – hat Evotec hochkarätige Partner an Bord.

Solide finanziert

Ohne Berücksichtigung von Evotec Technologies – die Technologiespanne wurde im vergangenen Jahr für rund 23 Millionen Euro an PerkinElmer verkauft – dürften die Umsätze auf etwa 68 Millionen Euro gestiegen sein. Das Pro-Forma-EBIT wird von den Analysten bei minus 1,8 Millionen Euro erwartet. In der Kasse liegen derzeit Barmittel von über 70 Millionen Euro, sodass die weitere Finanzierung der Produktentwicklung in jedem Fall gesichert ist.

Aktie mit Fantasie

Evotec verfügt über eine sehr vielversprechende Produktpipeline, die entsprechenden Partner sowie insbesondere nach dem Verkauf der Technologiesparte über die finanziellen Mittel, die Forschungsarbeit weiter forcieren zu können. In Anbetracht des enormen Potenzials der Produktkandidaten bei einer derzeitigen Marktkapitalisierung von nicht einmal 300 Millionen Euro könnte außerdem das Interesse der Pharmabranche für eine Übernahme geweckt werden. Auch wenn ein Biotechinvestment immer mit erhöhten Risiken verbunden ist, dürften steigende Kurse bei Evotec deswegen keineswegs nur ein Traum bleiben.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 11/2007.

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