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- Nikolas Kessler - Redakteur

Tradingcoach Mario Volpe im Interview: Leidenschaft und (Chart-)Technik

„Rationalität, Konsequenz und Disziplin zeichnen einen erfolgreichen Trader aus“, sagt Gold- und Devisenprofi Mario Volpe. Als Tradingcoach bei nextmarkets.com teilt er seine jahrelange Expertise mit seinen Followern. Im Interview mit dem AKTIONÄR gibt Volpe Einblick in seinen Tradingansatz.

Der AKTIONÄR: Herr Volpe, wie sind Sie zum Trading gekommen?

Mario Volpe: Das Geschehen an der Börse fasziniert mich seit meiner Jugend, als mir 1995 erstmals der „Wall Street Manager“ in die Hände fiel. Zehn Jahre später handelte ich dann bereits mit eigenem Kapital, studierte Charts, zeichnete mittels Charttechnik und ermittelte Kursziele. Die ers­ten Gehversuche gingen natürlich daneben, doch über Jahre hinweg eignete ich mir das nötige Wissen an. Später startete ich als Devisenhändler bei einem Schweizer Asset-Management-Unternehmen bei Zürich. Anschließend folgten Stationen bei institutionellen Häusern in der Schweiz, Luxemburg, England und Deutschland.

Welches ist Ihr Fachgebiet beim Trading?

Eine modifizierte Wolfe-Wave-Theorie gepaart mit Rainbow: Antizyklik, Range und Break-outs. Diese Konstellationen unterstützen mich in meinem Handelsalltag.

Auf welchen Basiswerten liegt dabei Ihr Schwerpunkt?

Aller guten Dinge sind drei: Devisen-Majors, Dollar-Index und Gold.

Welcher war Ihr bisher bester Trade?

In dem Zeitrahmen, in dem ich mich bewege, gibt es im Devisenhandel keinen „besten Trade“. Trading-Chancen findet jeder, jeden Tag. Mal gute und mal weniger gute. Für mich ist die Trefferquote mit gutem Chance-Risiko-Verhältnis entscheidend: Von April 2014 bis heute liegt diese bei etwa 67 Prozent. Das ist mein bester Wert.

Orientieren Sie sich bei der Auswahl Ihrer Empfehlungen an Fundamentaldaten oder der Charttechnik?

Zu 99 Prozent an der Charttechnik und zu einem Prozent an Fundamentaldaten: Nonfarm-Payrolls und Zentralbanktermine wie Zinsentscheidungen oder Ähnliches. An diesen Tagen handle ich nicht – Volatilität und Risiko sind dann zu hoch. Kluge Händler meiden Risiken.

Auf wie viele Empfehlungen können sich Ihre Follower einstellen? Und wie lange bleiben die Empfehlungen durchschnittlich im Depot?

Das ist immer von der Marktsituation abhängig: Zwischen sieben und 15 Ideen pro Woche. Die Haltedauer beträgt einige Stunden bis mehrere Tage.

Welche Maßnahmen zum Risikomanagement ergreifen Sie?

Die Risiken, die man bereit ist einzugehen, sollten vor dem Trade festgelegt werden. Der Einsatz variiert, doch das Risiko steht immer fest: in der Regel 0,5 bis 1,1 Prozent des Net Asset Value, je nach Risiko­aversion. Das Chance-Risiko-Verhältnis beträgt immer mindes­tens zwei zu eins.

Wozu würden Sie Ihrem Kind raten: zu einem BWL-Studium oder einer Ausbildung zum Trader?

Ein akademischer Titel ist wertvoll, das hat selbstverständlich die höchste Priorität. Es gibt viele, die Händler werden wollen, und ganz egal, ob man von der Straße kommt oder mit einem summa cum laude aufkreuzt: 99 Prozent der Bewerber stehen das nicht durch. Als ich Leiter einer institutionellen Devisenabteilung in der Schweiz war, sah ich viele Neulinge ausscheiden. Es erfordert psychologische Stärke, rationales Handeln und Disziplin. Alles ist möglich, es kommt immer auf einen selbst an.

Welchen Tipp würden Sie jedem Anleger mit auf den Weg geben?

Regel Nummer 1: Halte dich an die Regeln! Disziplin ist das A und O, das kann ich nicht oft genug betonen. Ohne Disziplin ist das Scheitern so sicher wie das Amen in der Kirche.

Herr Volpe, vielen Dank für das Interview.

Hinweis auf potenzielle Interessenkonflikte: An der nextmarkets GmbH ist die börsennotierte FinLab AG (WKN 121806 / ISIN DE0001218063 / Tickersymbol: A7A) beteiligt. An der FinLab wiederum ist der Herausgeber von DER AKTIONÄR mittelbar wesentlich beteiligt.

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