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Totgesagte leben länger

Die ehemalige Vereinigte Deutsche Nickel-Werke (VDN) sorgte Ende der 1990er-Jahre für Schlagzeilen, als sie den Auftrag zur Prägung der neuen Euro-Münzen erhielt. Was nach einer Profit versprechenden Sonderkonjunktur aussah, entpuppte sich im Nachhinein als Mühlstein am Hals des Unternehmens. Nun blüht der deutsche Insolvenzfall nach einer Wiedergeburt als britische Börsengesellschaft neu auf.

Ein deutscher Insolvenzfall blüht nach einer Wiedergeburt als britische Börsengesellschaft neu auf. Spekulationen um einen Verkauf der Firma dürften den Kurs weiter treiben.

Die ehemalige Vereinigte Deutsche Nickel-Werke (VDN) sorgte Ende der 1990er-Jahre für Schlagzeilen, als sie den Auftrag zur Prägung der neuen Euro-Münzen erhielt. Was nach einer Profit versprechenden Sonderkonjunktur aussah, entpuppte sich im Nachhinein als Mühlstein am Hals des Unternehmens. Wegen der Dringlichkeit des Auftrags musste das Unternehmen zunächst in neue Kapazitäten investieren. Nach Abwicklung des Euro-Sondergeschäfts litt das Unternehmen dann aber unter teuren Überkapazitäten.

Immer noch lebensfähig

VDN musste schließlich Insolvenz anmelden. Die Gläubiger fanden jedoch heraus, dass wesentliche Teile der VDN durchaus noch lebensfähig und aussichtsreich waren. Immerhin war die VDN nicht allein in der Münzprägung tätig, sondern ebenso in der Herstellung von Produkten wie Drähten und Munitionshülsen. Die damaligen Gläubiger der VDN leiteten ein kompliziertes Insolvenzverfahren nach englischem Recht in die Wege, an dessen Ende alle lebensfähigen Unternehmensteile in einer britischen Gesellschaft landeten. Die neu formierte DNick Holding plc wird heute zu 55 Prozent von den früheren kreditgebenden Banken der alten Gesellschaft kontrolliert.

Wieder schwarze Zahlen

Der Einsatz der Banken hat sich gelohnt, immerhin hat sich das operative Geschäft der DNick seit der Beendung des Insolvenzverfahrens erfolgreich entwickelt. Anfang Oktober meldete die Gesellschaft, dass planmäßig die letzte Rate des Kredits getilgt werden konnte, der zur Finanzierung der notwendigen Restrukturierung 2005 aufgenommen worden war. Die Restrukturierung der DNick ist nunmehr abgeschlossen und das Unternehmen wird für dieses Jahr wieder schwarze Zahlen ausweisen. Im nächsten Jahr dürfte sich der Gewinntrend verstetigen.

Fazit

Wahrscheinlich ist jetzt, dass Bear Stearns, Goldman Sachs und die anderen Banken die Gesellschaft bald als Ganzes verkaufen werden. Nachdem das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreibt, ist die Zeit hierfür mehr als reif. Eine Übernahme - so viel erscheint dabei sicher - dürfte allerdings kaum zu einstelligen Kursen erfolgen. Bei einem entsprechenden Übernahmeangebot hat der Kurs nach oben also noch nennenswert Luft.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 43/2007.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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