Deutsche Börse
- Nikolas Kessler - Redakteur

Top-Gewinner Deutsche Börse: Der neue Chef steht fest

Erst vor rund drei Wochen hat Deutsche-Börse-Chef Carsten Kengeter wegen der Affäre um mutmaßliche Insidergeschäfte seinen Rücktritt erklärt. Dass bereits am gestrigen Donnerstag ein Nachfolger präsentiert werden konnte, gibt der Aktie vor dem Wochenende Rückenwind.

Wie die Deutsche Börse mitteilte, übernimmt der bisherige Chef der Unicredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB), Theodor Weimer, zum 1. Januar 2018 Kengeters Posten als Vorstandsvorsitzender. Der Aufsichtsrat hat den 57-Jährigen zunächst für drei Jahre berufen.

Dass die Wahl auf den HVB-Chef fiel, ist keine große Überraschung mehr. Im Vorfeld hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung Weimer bereits als Favoriten für den Posten genannt. Obwohl dieser seinen Vertrag bei der HVB erst zu Jahresbeginn um weitere drei Jahre verlängert hatte, soll er schon länger mit einem Weggang geliebäugelt haben – spätestens, seit sein Institut unter dem neuen Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier noch enger an den Mailänder Mutterkonzern heranrücken musste.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 2009 hat Weimer die HVB mit harter Hand saniert und zurück in die Erfolgsspur gebracht. Heute gilt die deutsche Tochter als Cash-Cow des italienischen Konzerns – erst im letzten Jahr wurde eine Sonderdividende in Höhe von drei Milliarden Euro von München nach Mailand überwiesen. Weimers Wunsch nach mehr Freiheit und einem Teil-Börsengang blieb ihm dennoch verwehrt.

 

Digitalisierung und Neuausrichtung im Fokus

Bei der Deutschen Börse wartet nun viel Arbeit auf den neuen Vorstandschef. Nach der geplatzten Fusion mit der London Stock Exchange (LSE) und der Insider-Affäre um seinen Vorgänger gilt es, verlorenes Vertrauen wiederherzustellen und den Fokus wieder auf eigentliche Geschäft zu legen. Themen wie die Digitalisierung und die Neuausrichtung des Konzerns dürften dabei weit oben auf der Agenda stehen.

Dass Weimer laut der Nachrichtenagentur Reuters ein gutes Verhältnis zum Chef der Finanzaufsicht BaFin, Felix Hufeld, nachgesagt wird, ist dabei sicher von Vorteil. Zur hessischen Börsenaufsicht müsse er diesen Draht nun schnell aufbauen.

Aktie halten

Nach turbulenten Wochen und Monaten reagieren die Anleger am Freitag erleichtert auf die zügige Nachfolge-Regelung. Mit einem Plus von rund zwei Prozent ist die Deutsche-Börse-Aktie der größte Gewinner im DAX. Investierte Anleger können weiterhin dabeibleiben.

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