- DER AKTIONÄR

Tomra - Gewinne per Gesetz

Ab 2006 fordert der deutsche Gesetzgeber ein einheitliches Pfandrücknahmesystem. Bei der norwegischen Firma Tomra dürfte deshalb die Kasse wieder klingeln. Anleger sollten sich bereits jetzt einige Stücke in Depot legen.

Ab 2006 fordert der deutsche Gesetzgeber ein einheitliches Pfandrücknahmesystem. Bei der norwegischen Firma Tomra dürfte deshalb die Kasse wieder klingeln. Anleger sollten sich bereits jetzt einige Stücke in Depot legen.

Von Frank Phillipps

Im Mai 2006 ist es so weit: In Deutschland tritt ein Gesetz in Kraft, das ein einheitliches Rücknahmesystem für pfandpflichtige Getränke- und Einwegverpackungen vorschreibt. So sehr sich der Einzelhandel auch dagegen gewehrt hat - insgesamt gab es unzählige Einzel- und vier Verfassungsklagen -, für die norwegische Firma Tomra ist das Gesetz gleichbedeutend mit der Lizenz zum Gelddrucken.

Gemeinsam mit der Bundesdruckerei GmbH hat der norwegische Spezialist für Leergutrücknahmesysteme bereits den Zuschlag für ein einheitliches Sicherheitsverfahren erhalten. Und auch bei den Rücknahmeautomaten dürfte Tomra ganz vorn mit dabei sein. Nach Schätzungen von Experten wird der Aufbau des kompletten Systems rund 1,5 Milliarden Euro kosten, von denen zumindest ein Teil direkt in die Tomra-Kasse fließen dürfte. Wie zum Beispiel die 6,5 Millionen Euro, die die Supermarktkette Globus an Tomra zahlt, damit die Norweger ihre Rücknahmeautomaten in ihren Filialen aufstellt.

Reichlich Wachstumspotenzial

Sukzessive werden auch die anderen Einzelhändler in Deutschland nachziehen und kommen dabei am Marktführer Tomra kaum vorbei. Gerüchten zufolge stehen die Norweger sogar vor dem größten Auftrag ihrer Firmengeschichte. Demnach prüft der Discounter Aldi, ob er zukünftig auf die Systeme von Tomra zurückgreifen wird. Aldi betreibt allein in Deutschland mehr als 3.000 Filialen.

Doch nicht nur in Deutschland bietet sich für Tomra reichlich Wachstumspotenzial. Weltweit liegt die Rücknahmequote bei Getränkeverpackungen erst bei zwei Prozent. Diese dürfte sich in naher Zukunft allerdings deutlich erhöhen. Denn aktuell führen immer mehr Länder ein Zwangspfand und entsprechende Rücknahmeverordnungen ein. Als Goldgrube könnten sich für Tomra demnächst zum Beispiel die USA - dort ist das Unternehmen bereits Marktführer - und Japan erweisen. In diesen schnell wachsenden Markt will Tomra schnellstmöglich vorstoßen. Im schwierigen brasilianischen Markt hingegen ist Tomras Engagement beendet. Die dortigen Aktivitäten haben die Norweger für umgerechnet 15,3 Millionen Dollar verkauft.

Jetzt an die Zukunft denken

Tomra ist im stark wachsenden Markt für Pfandrücknahmesysteme ausgezeichnet positioniert. Die neuen gesetzlichen Regelungen dürften sich schon im kommenden Jahr in der Bilanz des Unternehmens niederschlagen - und der Aktie einen ordentlichen Schub geben. Da an der Börse jedoch die Zukunft gehandelt wird, sollten Anleger sich bereits jetzt einige Stücke ins Depot legen.

 

Tomra Systems

 

ISIN NO0005668905
Kurs am 19.09.2005 5,21€
Empfehlungskurs 5,21€
Ziel 7,50€
Stopp 4,25€
KGV 06e 17
Chance/Risiko 4/3

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (38/05).

 

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