KUKA
- Florian Söllner - Leitender Redakteur

Top-Tipp KUKA steigt 50 Prozent: Analysten bekommen kalte Füße

Nicht zu bremsen: Die Aktie des Roboterbauers KUKA hat seit Sommer diesen Jahres 50 Prozent zugelegt, alleine seit Oktober beträgt das Plus knapp 40 Prozent. Grund sind überraschend gute operative Ergebnisse, die Perspektive des weltweiten Siegeszuges von Robotern und immer wieder auch Übernahmegerüchte. Der AKTIONÄR sieht die Aktie des Top-Tipp Konservativ („Gewinnmaschine Roboter“) noch nicht ausgereizt – das Kursziel beträgt 65 Euro und könnte bei anhaltend gutem Geschäftsverlauf angehoben werden.

AKTIONÄR-Interview mit dem DAF.

 

 

Das Gros der Analysten ist hingegen vorsichtiger. Obwohl fast alle ihre Gewinnschätzungen nach oben angepasst haben, ging der Kursanstieg den meisten zu schnell. Das durchschnittliche Kursziel liegt mit 49 Euro unter dem aktuellen Kurs von 61 Euro. Nur sieben Analysten raten noch zum Kauf, elf geben sich neutral und acht sagen „verkaufen“.

Dennoch: Investierte Anleger sollten den Stoppkurs nachziehen und die Gewinne laufen lassen. Die operative Dynamik stimmt weiterhin zuversichtlich. "Aktuell sehen wir die Kundennachfrage auf hohem Niveau stabil, mit deutlich positiven Impulsen aus China und den USA", so zuletzt Vorstandschef Till Reuter. In der Werkhalle der Welt China besteht noch viel Potenzial für die kalten Helferlein. So unterstützen in Deutschland pro 10.000 Mitarbeiter bereits 270 Roboter die Produktion, in China jedoch erst 25.

Mercedes made by Roboter
Verkaufsschlager ist der 2012 vorgestellte Agilus. Der nur 52 kg schwere Roboter kann bis zu 6 kg heben und wird zur Montage, Lackierung, Verpackung oder Prüfung eingesetzt. Insbesondere beim Schweißen setzen Daimler, BMW und Co auf eine kleine Roboter-Armee. Alleine bei der Fertigung der Mercedes-A-Klasse stehen 330 KUKA-Roboter am Fließband, um pro Auto 3.900 Schweißpunkte an 290 verschiedenen Blechteilen zu setzen.

KUKA geht zudem mit der Vorstellung des Leichtbauroboters iiwa neue Wege. Es gibt keinen Zaun mehr, iiwa wird zum Partner des Menschen und kann von ihm flexibel dirigiert werden. Finanzvorstand Peter Mohnen verspricht sich davon im Gespräch mit dem AKTIONÄR sehr viel: „Der iiwa ist quasi der dritte Arm eines Arbeiters. Mit einigen Pilotkunden haben wir bereits Anwendungsmöglichkeiten erprobt. Das Feedback bisher ist sehr gut. Auf lange Sicht ist dieser Roboter äußerst wichtig.“

Dabeibleiben!
Noch ist KUKA nicht zu teuer. Das laufende KGV von 31 wird 2015 auf moderate 23 sinken. Der AKTIONÄR hatte KUKA als eine „Aktie, die die Welt verändert“ vorgestellt: Denn die Zeit der billigen China-Arbeitskräfte geht zu Ende. Stattdessen befriedigen künftig Roboter die Nachfrage der Welt. Investierte Anleger sollten auch aufgrund des voll intakten Aufwärtstrends dabeibleiben. Neueinsteiger sammeln bei Kursschwäche ein.

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