ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp und Salzgitter: Die Folgen der Trump-Dekrete

Am Freitag hat US-Präsident Donald Trump neue Handelsdekrete erlassen. Sämtliche Handelsbeziehungen der USA sollen demnach überprüft werden. Vor allem ausländische Stahlhersteller standen im Fokus der Kritik. Die Aktien der deutschen Konzerne reagierten negativ, die Folgen sind jedoch noch schwer abzusehen.

Trump wirft Konzernen wie Salzgitter oder der Dillinger Hütte vor, der heimischen US-Industrie mit Dumping-Preisen zu schaden. Grundsätzlich gilt: Die Stahlbranche ist schon jetzt stärker von Strafzöllen betroffen als viele andere Branchen. Rund 40 Prozent aller weltweiten Handelsschutzmaßnahmen betreffen laut Experten die Stahlkonzerne. Die USA wollen nun Zölle zwischen 3,62 und 148,02 Prozent des Importwerts verhängen.

Indirekte Exporte wichtiger

Offen bleiben die Folgen für ThyssenKrupp und Salzgitter. Die Dumping-Rate - das ist der Prozentsatz, um den der Preis unter die Herstellungskosten gedrückt worden sein soll - von 22,90 Prozent für Salzgitter ist vergleichsweise niedrig, ThyssenKrupp wird nach dem Verkauf von Steel America nicht namentlich erwähnt. Insgesamt sind die USA zwar ein wichtiger, aber kein entscheidender Markt für die Stahlindustrie.

Rund 700.000 Tonnen werden direkt in die USA geliefert. Das ist zwar ein Viertel der Exporte außerhalb der EU. Insgesamt werden in Deutschland allerdings 42 Millionen Tonnen produziert. Problematischer wären Zölle für die indirekten Exporte. 2,5 Millionen Tonnen machen die stahlintensiven Güter in Form von Autos oder Maschinen aus. Die USA sind hier nach Großbritannien der zweitgrößte Abnehmer.

Keine Panik

Bereits unter Barack Obama wurden ähnliche Maßnahmen in die Wege geleitet, diese wurden nun lediglich konkretisiert. Indirekte Zölle wären schmerzhafter. Anleger sollten aber keine Panik bekommen. Gelingt ThyssenKrupp die Stahlfusion mit Tata, wäre das deutlich wichtiger und würde der Aktie neuen Schwung verleihen. Anleger bleiben dabei und setzen auf den Ausbruch aus dem Seitwärtstrend. Wer bei Salzgitter investiert ist, sollte den Stoppkurs bei 29 Euro zur Gewinnabsicherung beachten.

 


 

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