ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp und Co: Das steckt hinter dem Ausverkauf

Viel passiert ist am Freitag bei den europäischen Stahlunternehmen: ThyssenKrupp und ArcelorMittal haben Quartalszahlen vorgelegt und sind in der Folge deutlich unter Druck gekommen. Auch Salzgitter wurde in Sippenhaft genommen. Der Stahlhändler Klöckner & Co hat dagegen die Prognose abgehoben und konnte sich gegen den Branchentrend wehren.

Vor allem die schwache Performance von ThyssenKrupp und ArcelorMittal ist ärgerlich. Bei beiden Konzernen haben sich im operativen Geschäft deutliche Verbesserungen bemerkbar gemacht. ThyssenKrupp hat allerdings mit hohen Abschreibungen, einer negative Barmittelentwicklung und einer schwachen Bilanz zu kämpfen. Der Weltmarktführer ArcelorMittal hat sowohl Umsatz als auch Gewinn deutlich verbessert und die Prognosen übertroffen (zur gesamten Unternehmensmeldung geht es hier). Allerdings blieb der Free-Cash-Flow wegen des Aufbaus von Working-Capital-Reserven negativ.

Die Reaktion an den Märkten zeigt: Trotz der gestiegenen Stahlpreise bleibt die Skepsis der Anleger nach den deutlichen Kursanstiegen Ende des zweiten Halbjahres 2016 hoch. Bereits bei kleineren Schwächen werden die Titel abgestraft. Wie es besser geht hat der Stahlhändler Klöckner & Co vorgemacht. Auf der Hauptversammlung hat der MDAX-Konzern am Freitag die Gewinnprognose angehoben. Folge: Die Aktie legte zu und konnte sich der negativen Branchenstimmung entziehen.

Hoffnung auf die Tata-Fusion

Die Impulse fehlen bei den Stahlaktien derzeit. Die Hoffnung im Sektor ruht nach wie vor auf einer Konsolidierung. Eine Fusion der europäischen Stahlaktivitäten von ThyssenKrupp mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel dürfte nicht nur der Aktie des DAX-Konzerns neuen Schwung verleihen. Bis dahin gilt: Neueinsteiger warten ab, bis sich die Lage wieder aufhellt. Wer in einem der Papiere investiert ist, beachtet den Stoppkurs.

 


 

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