ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Der nächste Schock – Aktie am DAX-Ende

Ein Ende der Talfahrt ist nach wie vor nicht in Sicht. Im Laufe der Woche ist die Aktie von ThyssenKrupp bereits auf ein neues 3-Jahres-Tief gefallen. Am Freitag trägt der Industriekonzern vorbörslich erneut die rote Laterne im DAX. Schwache Zahlen drücken auf die Stimmung. Vor allem der rasante Verfall der Stahlpreise belastet.

Ende Dezember ist bei Thyssenkrupp das erste Quartal des Geschäftsjahres abgelaufen. Wegen neuerlicher Verluste im Stahlgeschäft rutschte der Konzern wieder in die Verlustzone. Unter dem Strich stand ein Fehlbetrag von 23 Millionen Euro. Vor einem Jahr erwirtschaftete Thyssenkrupp noch 50 Millionen Euro Überschuss. Der Umsatz ging wegen der schwachen Stahlnachfrage und der niedrigen Preise im Vergleich zum Vorjahr um fünf Prozent auf 9,5 Milliarden Euro zurück. Der operative Gewinn (bereinigtes EBIT) schmolz ebenfalls deutlich um gut ein Viertel auf 234 Millionen Euro. Analysten hatten jeweils bessere Ergebnisse erwartet.

Umsatz stagniert

Für das Gesamtjahr rechnet ThyssenKrupp auf bereinigter Basis mit einem stagnierenden Umsatz. Das bereinigte EBIT soll bei 1,6 bis 1,9 Milliarden Euro liegen. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern operativ 1,7 Milliarden Euro bei einem Umsatz von 42,8 Milliarden Euro verdient. Einen wichtigen Beitrag von 850 Millionen Euro zum Gewinn sollen weitere Einsparungen liefern, davon erreichte der Konzern nach eigenen Angaben im ersten Quartal 250 Millionen Euro.

Industriegeschäft besser

Als Stütze erwies sich im ersten Quartal wieder einmal das Industriegütergeschäft. Der Aufzugbau und die Autokomponentensparte steigerten ihren operativen Gewinn weiter. Im Großanlagenbau blieb es fast stabil. Hier rechnet der Konzern aber demnächst mit einigen neuen Großaufträgen.

Um die Ziele zu erreichen, muss sich allerdings auch das Stahlgeschäft im weiteren Jahresverlauf erholen. Seit dem vergangenen Sommer sind die Preise weltweit unter neuen Druck geraten, weil China angesichts der gesunkenen Nachfrage im eigenen Land massenhaft billigen Stahl auf den Weltmarkt wirft. In der vergangenen Woche hatte der Wettbewerber ArcelorMittal nach einem Rekordverlust jedoch die Hoffnung geäußert, dass das Schlimmste im Stahlgeschäft vorerst vorbei ist.

Abwarten

Konzernchef Heinrich Hiesinger will ThyssenKrupp zunehmend diversifizieren und die einzelnen Sparten dabei eng miteinander verknüpfen. Ob das Konzept aufgeht und die Trendwende gelingt, bleibt offen. Die schwachen Zahlen am Freitag sind in jedem Fall ein Rückschlag. Neben den operativen Risiken spricht auch das schwache Chartbild weiter gegen einen Einstieg. Anleger bleiben an der Seitenlinie.

(Mit Material von dpa-AFX)

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