ThyssenKrupp
- Thomas Bergmann - Redakteur

ThyssenKrupp-Aktie am Tabellenende: Neue Belastungen in Milliardenhöhe?

Die Aktie des deutschen Stahlkonzerns ist am Mittwochmittag das schwächste Mitglied im DAX. Für die Kursverluste zeichnet eine Meldung veantwortlich, demnach ThyssenKrupp ein weiterer Abschreibungsbedarf von über einer Milliarde Euro droht.

Der angeschlagene Industriekonzern ThyssenKrupp kommt nicht zur Ruhe. Während das Unternehmen weiter über den Verkauf seiner Stahlwerke in Übersee verhandelt, könnten neue Belastungen aus einer längst geschlossen geglaubten Baustelle drohen. Am Mittwoch meldete das Manager-Magazin (Ausgabe vom 21. Juni) vorab, dass der Konzern womöglich weitere Abschreibungen auf das eigentlich zum Jahreswechsel verkaufte Edelstahlgeschäft vornehmen muss.

Reine Spekulation?

Der finnische Käufer Outokumpu dränge angesichts anhaltender Verluste darauf, dass ThyssenKrupp auf einen Teil eines gewährten Kredits von 1,25 Milliarden Euro verzichtet, berichtete das Magazin ohne Angabe von Quellen. "Ich halte den Artikel für ziemlich spekulativ", sagte eine Outokumpu-Sprecherin in Espoo. "Wir haben nie eine entsprechende Anfrage gestellt." ThyssenKrupp wollte den Bericht nicht kommentieren.

Laut Zeitschrift drohen ThyssenKrupp zudem weitere Abschreibungen wegen des Kursverfalls der Outokumpu-Aktie. Im Zuge des Verkaufs hatte ThyssenKrupp auch 29,9 Prozent der Outokumpu-Aktien erhalten. Das Paket war bei der Unterzeichnung des Deals im Jahr 2012 zunächst mit 998 Millionen Euro bewertet worden. In der ThyssenKrupp-Bilanz ist es aktuell noch mit 457 Millionen Euro verbucht. Der Börsenwert liegt aber nur noch bei 320 Millionen Euro.

Outokumpu kämpft mit hohen Verlusten. Im ersten Quartal fuhr das Unternehmen einen operativen Verlust (EBIT) von 82 Millionen Euro ein. Das waren auf vergleichbarer Basis gut 40 Prozent mehr als vor einem Jahr. Im Schlussquartal 2012 stand sogar ein Fehlbetrag von 307 Millionen Euro zu Buche. Die Finnen wollen deshalb sparen. Allein in diesem Jahr sollen 770 Stellen wegfallen, davon 570 in Deutschland. Bis 2017 will der Konzern bis zu 2.500 seiner derzeit 15.700 Arbeitsplätze abbauen.

Ein zähes Ringen

Weiterhin keine Entscheidung gefallen ist in Bezug auf die Stahlwerke in den USA und in Brasilien. Sie haben sich zu einem Milliardengrab für den Konzern entwickelt. Seit gut einem Jahr stehen sie zum Verkauf. Die Verhandlungen sollen mittlerweile weit fortgeschritten sein. Als Favorit gilt der brasilianische Stahlhersteller CSN. Entscheidend ist der Preis. Zuletzt belasteten technische Probleme an einem der beiden Hochöfen in Brasilien die Verhandlungsposition von ThyssenKrupp.

ThyssenKrupp

Halteposition

Trotz der Probleme sollten Anleger bei ThyssenKrupp investiert bleiben. Die Belastungen dürften mittlerweile eingepreist sein. Auf mittlere Sicht sollten Kurse um 19 Euro wieder erreichbar sein.

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