ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Zu hoch gepokert?

Der Kursverlauf bei ThyssenKrupp gleicht derzeit einem Wellental. Am Donnerstag verliert die DAX-Aktie die Gewinne des Vortags wieder und trägt die rote Laterne im Deutschen Leitindex. Erneut steht die Stahlsparte im Fokus. Doch auch bei ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) gibt es Probleme.

TKMS hatte zuletzt gemeinsam mit der Lürssen-Werft von der deutschen Regierung einen Auftrag über fünf Korvetten K130 erhalten – ohne Ausschreibung. Nun hätten sich beide Seiten nur noch auf einen Preis einigen müssen. Während die Regierung mit 1,5 Milliarden Euro gerechnet hatte, verlangt das Konsortium 2,9 Milliarden Euro.

Für die zuständige Staatssekretärin Katrin Suder ist dies ein nicht akzeptables Angebot. Trotz Aufrüstung und Mehrkosten halten Experten fast drei Milliarden Euro für Korvetten dieser Art für zu teuer. Es scheint so, dass Verhandlungsführer Lürssen sich verpokert habe. Zu attraktiv war die Aussicht auf eine höhere Rendite bei einem beinahe sicheren Auftrag. Vorteil für TKMS: Mit der Fertigung von zwei weiteren neuen U-Booten – hier aber im Alleingang – für den Bund im Wert von 1,85 Milliarden Euro sollte die Sparte vorerst ausgelastet sein.

Trumps nächste Tat

In der Stahlbranche sorgt derweil erneut Donald Trump für Aufsehen. Nach den Strafzöllen will der US-Präsident laut Regierungsvertretern nun prüfen lassen, ob Stahlimporte aus Gründen der nationalen Sicherheit verboten werden könnten. Wegen besonderer Legierungen etwa für die Panzerung von Schiffen könnte ein entsprechendes Gesetz zu Einfuhrbeschränkungen Anwendung finden. Der Vorgang sei produkbezogen und nicht gegen ein spezielles Land gerichtet.

Stopp weiter beachten

Für Anleger steht bei ThyssenKrupp weiterhin die Stahlsparte im Mittelpunkt. Erst wenn für das Sorgenkind eine Lösung gefunden wird, bekommt die Aktie neue Impulse. Vor allem eine Fusion mit dem Wettbewerber Tata würde der Aktie gut tun. Neueinsteiger sollten im schwachen Umfeld für Stahlaktien vorerst aber abwarten. Wer investiert ist, achtet auf den Stopp bei 19,50 Euro.

 


 

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