ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Wie geht´s jetzt weiter?

Die Aktie des Stahl- und Technologiekonzerns ThyssenKrupp hat im gestrigen Handel gegen den Markt deutlich zulegen können. Das Papier schloss auf dem höchsten Stand seit Ende März. Vor allem die guten Zahlen des österreichischen Mitbewerbers Voestalpine beflügelten die Aktie. War das eine Eintagsfliege?

Der wichtigste Einflussfaktor für die Kursentwicklung ist derzeit sicherlich der Verkauf der beiden Stahlwerke in Übersee. Hier meldete gestern der Platow-Brief, eine Entscheidung sei bereits gefallen. Offenbar könne für beide Stahlwerke insgesamt mit einem Erlös von 3,8 Milliarden Euro gerechnet werden. Auch das Handelsblatt meldete eine grundsätzliche Einigung mit CSN, berichtete aber auch davon, dass der Verkauf des Brasilien-Werks auf Widerstände stoße. Weitere Abschreibungen seien bei einem Transaktionswert unter 3,1 Milliarden Euro zu befürchten.

Unabhängiger vom Stahlgeschäft

Es mehren sich die Anzeichen, dass in Kürze tatsächlich der Verkauf verkündet werden könnte. Sollten dazu keine zusätzlichen Abschreibungen mehr nötig sein, könnte dies für die Aktie zusätzlichen Auftrieb bedeuten. Der Konzernumbau könnte weitergehen. Neben dem Schuldenabbau stünden auch Investitionen in die Technologiesparte an. Das Unternehmen könnte sich damit unabhängiger vom stark zyklischen Stahlgeschäft machen.

Angesichts einer Eigenkapitalquote von nur noch knapp 12 Prozent bleibt aber die Frage: Kommt der Vorstand um eine Kapitalerhöhung herum? Die Frage ist aus mehrerlei Hinsicht heikel. Schließlich hat ThyssenKrupp mit der Krupp-Stiftung einen mächtigen Großaktionär, der derzeit noch eine Sperrminorität besitzt. Sprich: Mehr als 25 Prozent der Stimmrechte. Und die Krupp-Stiftung schwimmt dem Vernehmen nach nicht gerade in Geld. Dort dürfte man nicht gerade begeistert sein, die Sperrminorität zu verlieren. Daher geht DER AKTIONÄR davon aus, dass es zwar zu einer Kapitalerhöhung kommen wird, diese aber nicht allzu hoch ausfallen dürfte.

Die gute Stimmung für die ThyssenKrupp-Aktie könnte in den kommenden Tagen durchaus anhalten. DER AKTIONÄR hatte Anlegern geraten eine Position aufzubauen. Wer diesem Rat gefolgt ist, bleibt in dem Papier investiert und lässt die Gewinne laufen.


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