ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Kursziel 20,00 Euro - noch in diesem Jahr?

Es gibt nicht wenige Marktteilnehmer, die bei dem Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp auf eine Korrektur warten. Doch genau das könnte der Grund sein, dass diese vielleicht zunächst ausbleibt. Auch in einem heute eher schwachen Umfeld kann sich die Aktie beweisen. Ist womöglich sogar die 20,00-Euro-Marke greifbar?

Wenn es nach den Analysten von Nomura geht, dann sind sogar 21,00 Euro möglich. Nomura-Analyst Neil Sampat verwies in einer Branchenstudie auf einen brasilianischen Zeitungsbericht, demzufolge rund zehn Konzerne Interesse am Kauf der ThyssenKrupp-Sparte Steel Americas bekundet hätten. Dank gesunkener Rohstoffpreise und mittlerweile wirkender Preiserhöhungen seien die Margen im Stahlgeschäft gestiegen, so Sampat. Er sieht darin seine Einschätzung untermauert, dass die Stahlmarkterholung bis Mitte September beginnen dürfte.

Mehr Chancen als Risiken

Optimismus hatte zuletzt Konzernchef Heinrich Hiesinger geschürt. In einem Interview sprach er davon, dass er beim Verkauf der beiden Werke in Übersee mindestens den Buchwert von etwa sieben Milliarden Euro anstrebt. Das klingt ambitioniert. Analysten gingen bislang von etwa 3,5 Milliarden Euro aus. Commerzbank Analyst Ingo-Martin Schachel erklärte, dass der Veräußerungspreis für Steel Americas schwer abzuschätzen sei. Allerdings hätte selbst eine kleine positive Abweichung von den von ihm erwarteten 3,50 Milliarden Euro deutliche Auswirkungen auf das Kursziel: Je Milliarde Euro würde es um zwei Euro steigen. Zwar dürften die genannten sieben Milliarden Euro kaum realisierbar sein, doch gebe es mit Blick auf seine Schätzung mehr Potenzial nach oben als Risiken.

Sicher: Der Chart legt eine Korrektur nahe. Doch viele Marktteilnehmer haben die Rallye bei ThyssenKrupp verpasst. Gerade mit Blick auf ein mögliches Windows-Dressing im vierten Quartal wird die Aktie von ThyssenKrupp auch für Fonds-Manager fast schon zu einem Muss im Portfolio. Das könnte den Kurs weiter treiben. DER AKTIONÄR hält es daher für durchaus möglich, dass die Aktie im laufenden Jahr noch die 20,00-Euro-Marke sieht. Investierte Anleger bleiben an Bord.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das steckt hinter dem Chaos

Erst seit wenigen Wochen ist Bernhard Pellens als Aufsichtsratschef bei ThyssenKrupp im Amt. Am Mittwoch gab es nun aber bereits Gerüchte, dass der Wissenschaftler schon wieder vor der Ablösung steht. Vor allem die Großaktionäre sollen einen Wechsel anstreben und wollen die ehemalige … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wäre eine Überraschung

Die Talfahrt von ThyssenKrupp ist eng mit dem Führungschaos verknüpft. Seit im Juli der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger und der Aufsichtsratschef Ulrich Lehner kurz hintereinander zurücktraten, hat der ohnehin angeschlagene DAX-Titel noch einmal deutlich an Wert verloren. Nun deutet sich … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das wird aber auch Zeit

Der Druck auf ThyssenKrupp bleibt hoch. Nach wie vor steht die Aktie unter Druck, zudem wurde zuletzt vermehrt Kritik laut, dass beim Umbau keine entscheidenden Fortschritte erzielt werden. Zumindest beim Stahl-Joint-Venture mit dem indischen Wettbewerber Tata Steel steht der Konzern nun aber vor … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das darf doch nicht wahr sein

Die Probleme bei ThyssenKrupp halten an. Vor allem bei den Bemühungen zum Umbau kommt der Industriekonzern nicht voran. Nach der jüngsten Kritik der Arbeitnehmer gab es nun bei der geplanten Stahlfusion mit Tata Steel einen erneuten Rückschlag. Die EU-Wettbewerbskommission hat die Prüffrist für den … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Zu viele offene Fragen

Nach wie vor kann sich die Aktie von ThyssenKrupp nicht nachhaltig vom Jahrestief bei 15,52 Euro lösen. Schwache Zahlen inklusive erneuter Gewinnwarnung belasten, doch auch die offenen Fragen beim Umbau verunsichern die Anleger. Selbst beim lange beschlossenen Joint Venture mit Tata Steel herrscht … mehr