ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Wie geht es jetzt weiter?

Es sind unruhige Zeiten bei ThyssenKrupp. Nach der Stahlfusion mit Tata und dem Abgang von Konzernchef Heinrich Hiesinger soll der bisherige Finanzvorstand Guido Kerkhoff vorerst für Ruhe sorgen. Eine neue Strategie für die Zukunft ist von ihm aber nicht zu erwarten.

Am Freitag dürfte der Aufsichtsrat Kerkhoff zum Interimschef ernennen. Einerseits will man damit Zeit für die Suche nach einem geeigneten Nachfolger gewinnen, andererseits ist es auch ein Signal an die Arbeitnehmer. Diese zeigten sich nach dem Rücktritt Hiesingers stark verunsichert. Kerkhoff, der als ruhiger aber beharrlicher Manager gilt, soll nun für Kontinuität stehen. Der Weggefährte Hiesingers war eng in den Konzernumbau eingebunden und hatte auch die Strategie mit ausgearbeitet, die der ehemalige Thyssen-Chef dem Aufsichtsrat diese Woche präsentieren wollte.

Ob diese wirklich umgesetzt wird, bleibt aber offen. Kerkhoff ist lediglich als Zwischenlösung gedacht, die neue Strategie soll er nicht vorgeben. Dem Finanzchef werden auch keine Ambitionen auf das Amt des Vorstandsvorsitzenden nachgesagt. Allerdings wird auch der neue Chef nicht auf den akribischen Arbeiter verzichten wollen. In Konzernkreisen heißt es, dass der Tata-Deal ohne Kerkhoff nie zustande gekommen wäre. Ein gutes Zeichen, dass nach den turbulenten Tagen nun wieder Ruhe an der Thyssen-Spitze einkehren könnte.

Schwieriges Bild

Die Euphorie nach Hiesingers Rücktritt war nur von kurzer Dauer. ThyssenKrupp benötigt eine neue Strategie, um die Richtung für die Zukunft vorzugeben. Aufgrund der komplizierten Machtverhältnisse droht allerdings eine Hängepartie bei der Suche nach einem neuen Chef. Bei einem Umbau wäre eine Neubewertung der Aktie nötig. Anleger benötigen aber weiter viel Geduld.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Im freien Fall – was jetzt?

Ein Ende der Talfahrt bei ThyssenKrupp ist aktuell nicht in Sicht. In der Woche nach der Gewinnwarnung gibt der DAX-Titel kontinuierlich weiter nach. Am Mittwoch hat die Aktie mit 16,15 Euro den tiefsten Stand seit über zwei Jahren erreicht. Inzwischen mehren sich auch bei den Experten die … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das Warten hat ein Ende

Die Entwicklung der ThyssenKrupp-Aktie ist besorgniserregend. Nach dem Führungschaos im Sommer und der jüngsten Gewinnwarnung ist die Aktie auf ein neues 2-Jahres-Tief gefallen. Aktuell ist nicht abzusehen, wie der Industriekonzern zeitnah aus der Krise kommen will. Zumindest für einen wichtigen … mehr
| Jan Heusinger | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: So sollten Anleger jetzt reagieren

Nach der zweiten Gewinnwarnung im laufenden Jahr geriet die Aktie in der vergangen Woche stark unter Druck und gab um bis zu 13 Prozent nach. In Folge der Horrornachricht äußerten sich einige Analysten zu Wort. Ein einheitlicher Tenor lässt sich trotz der Schieflage des Konglomerats nicht finden. … mehr