ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Viel Lob, viel Kritik – so geht es nach den Zahlen weiter

Die Aktie von ThyssenKrupp hat nach den Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr wieder an Fahrt aufgenommen. Das starke vierte Quartal hat Anlegern die Sorge vor anhaltenden Problemen im operativen Geschäft genommen. Bei den Analysten ist hingegen keine klare Tendenz zu erkennen. Offen bleibt zudem die Zukunft der Stahlsparte.

Analyst Ingo-Martin Schachel von der Commerzbank bleibt nach den Zahlen bullish für ThyssenKrupp. Er stuft die Aktie auf „Buy“ mit einem Kursziel von 32 Euro ein und sprach von einem ordentlichen vierten Quartal. Dies dürfte seiner Ansicht nach ausreichen, um die in den Papieren eingepreisten Sorgen um die kurzfristige Geschäftsentwicklung zu mildern und den Aktienkurs wieder zu beleben.

Skeptischer äußerte sich Sven Diermeier von Independent Research. Operativ habe der Stahl- und Industriekonzern im Rahmen der Erwartungen gelegen. Dividende und Ausblick lägen jedoch unter den Schätzungen. Diermeier hat das Kursziel deshalb von 28 auf 25 Euro gesenkt, das Votum lautet unverändert „Halten“.

Zuversicht bei Tata

Bei der Präsentation der Zahlen äußerte sich Konzernchef Heinrich Hiesinger auch zur geplanten Stahlfusion mit Tata Steel. In einem Joint Venture würden keine Maßnahmen ergriffen, die es nicht ohnehin geben würde. Die Belastungen würden wohl sogar geringer ausfallen. „Deshalb bin ich zuversichtlich, dass wir im Dialog mit den Arbeitnehmervertretern eine gute Lösung finden werden“, so Hiesinger.

Die IG Metall hat allerdings erneut Zweifel geäußert, ob sie dem Zusammenschluss zustimmen wird – das Management müsste sich hier noch stark bewegen, um die Forderungen zu erfüllen. Kritik gab es auch vom Großaktionär Cevian. Mitgründer Lars Förberg sagte dem Handelsblatt, dass die Strategie Hiesingers bislang nicht das geliefert habe, was man versprochen hat. „Die Ergebnisse sind besorgniserregend“, wurde er deutlich. Die Stahlfusion sei zwar die richtige Antwort, doch auch für die anderen Sparten müsse man über Alternativen zum Konglomerat nachdenken.

Stopp beachten

Durch den Kurssprung nach den Zahlen hat sich das Chartbild bei ThyssenKrupp wieder aufgehellt. Für einen nachhaltigen Anstieg wäre es aber wichtig, Fortschritte bei den Gesprächen zur Stahlfusion zu erzielen. Gelingt der Abschluss, sind deutlich höhere Kurse möglich. Langfristig ist die Aktie entsprechend weiter attraktiv. Investierte Anleger bleiben dabei, sollten den Stopp bei 20,80 Euro aber im Blick behalten.

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