ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Verkauf bis September

Bei dem Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp dreht sich derzeit alles um die beiden kriselnden Stahlwerke in Übersee. Nachdem es gestern Meldungen gegeben hat, wonach ein Bieterwettstreit wahrscheinlich ist, meldet sich heute ThyssenKrupp selbst zu Wort.

ThyssenKrupp rechnet weiter mit einem Verkauf seiner Stahlwerke in Brasilien und den Vereinigten Staaten bis Ende September. Der von einer Skandal-Serie erschütterte Industriekonzern ist zuversichtlich, „im Laufe des Geschäftsjahres 2012/2013 für beide Werke eine neue Perspektive zu finden". Der Verkaufsprozess verlaufe weiterhin nach Plan, teilte der Dax-Konzern am Dienstag mit. Weitere Details wurden nicht genannt. Die beiden Werke haben in der Vergangenheit tiefe Löcher in die Bilanz gerissen und im Geschäftsjahr 2011/2012 für einen Verlust von fünf Milliarden Euro gesorgt.

3,9 Milliarden Euro sind das Ziel

ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger hofft jetzt, dass er mit dem Verkauf wenigstens den Rest-Buchwert von 3,9 Milliarden Euro erlöst und keine weiteren Abschreibungen notwendig werden. Der seit 2011 amtierende Konzernchef hatte die Anlagen in Brasilien und den USA, die für ThyssenKrupp zum Milliardengrab wurden, im Mai zum Verkauf gestellt. Für beide Werke gibt es eine Reihe von Interessenten wie zum Beispiel ArcelorMittal oder CSN. Knackpunkt ist aber der Verkaufspreis. Derzeit leidet die gesamte Branche unter der weltweit schwachen Nachfrage.

Die Aktie von ThyssenKrupp befindet sich derzeit im Spannungsfeld von der Hoffnung auf einen schnellen Verkauf der beiden Werke und der Angst, dass durch einen Verkauf weniger Geld in die Kasse fließen könnte, als erhofft. Durch den Verkaufserlös will Hiesinger einerseits die Schulden deutlich reduzieren, andererseits sollen durch Investitionen die Technologiebereiche gestärkt werden. Diese gelten als margenstärker und weniger konjunktursensibel. DER AKTIONÄR bleibt bei seiner grundsätzlich positiven Einstellung zu der Aktie. Anleger müssen sich allerdings bewusst sein, dass die kommenden Wochen weiter volatil bleiben werden. Ruhigeres Fahrwasser winkt erst, wenn Einzelheiten zu dem möglichen Verkauf bekannt werden.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte:

Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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