ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Harter Machtkampf – die Lage spitzt sich zu

Durch den Abgang von Konzernchef Heinrich Hiesinger kommt es zu einem Machtkampf bei ThyssenKrupp. Im Mittelpunkt stehen Aufsichtsratschef Ulrich Lehner, die Krupp-Stiftung als Ankeraktionär und die aktivistischen Investoren Cevian und Elliott. An der Konzernspitze dürfte es zunächst einmal zu einer Interimslösung kommen.

Um keine überstürzte Entscheidung bei der Nachfolge Hiesingers treffen zu müssen, wird erwartet, dass Finanzvorstand Guido Kerkhoff als Interims-Vorstandschef berufen wird. Das weitere Vorgehen ist dagegen offen. Während Lehner Hiesingers Strategie fortsetzen und eine Zerschlagung von ThyssenKrupp verhindern will, fordern Cevian und Elliott einen raschen Umbau. Konglomerate werden an der Börse derzeit nicht gern gesehen, sie führen bei der Bewertung in der Regel zu einem Abschlag gegenüber der Summe der einzelnen Werte.

Entscheidend wird die Rolle der Krupp-Stiftung. Vor allem Chefin Ursula Gather steht derzeit enorm in der Kritik. Laut Satzung muss die Stiftung, die den Nachlass des letzten Krupp-Erben verwaltet, die Einheit des Unternehmens wahren. Zwischen den Zeilen war beim Rücktritt Hiesingers aber klar zu erkennen, dass er vor allem wegen der mangelnden Unterstützung Gathers das Handtuch warf. Öffentliche Kritik der Arbeitnehmer und hinter vorgehaltener Hand auch von Managern und innerhalb der Stiftung waren die Folge. Es bleibt deshalb völlig unklar, wie sich die Stiftung künftig positionieren wird.

Es bleibt kompliziert

Der mächtige Aufsichtsratschef Lehner wird sich nicht einfach geschlagen gegeben. Die Nachfolge Hiesingers könnte deshalb zur längeren Hängepartie werden. An der Börse würden weitere Abspaltungen allerdings gut ankommen. Trotz der komplexen Lage bleibt es dabei: Eine höhere Bewertung für ThyssenKrupp wäre nach der Stahlfusion mit Tata angemessen. Anleger bleiben deshalb dabei und setzen zunächst einmal auf einen Anstieg bis zum Widerstand bei 24 Euro. DER AKTIONÄR setzt im Real-Depot mit einer Trading-Position auf steigende Kurse.

Das Real-Depot versucht durch kurz- und mittelfristige Investitionen in aussichtsreiche Aktien zum Erfolg zu kommen. Dabei stehen Trading-Chancen aus charttechnischer Sicht, aufgrund von positivem Newsflow oder anderen Sondersituationen im Fokus. Für zusätzliches Potenzial sorgt der Handel mit Hebelprodukten. Deshalb richtet sich das Depot vor allem an spekulativ orientierte Anleger.

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Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

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