ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Kommt das O.K. aus Brüssel?

Es ist ein Kernbestandteil der Neuausrichtung von ThyssenKrupp: Der Verkauf der Edelstahlsparte. Mit dem finnischen Konzern Outokumpu hatte ThyssenKrupp einen Käufer gefunden. Doch die EU-Kommission äußerte Bedenken. Jetzt macht Outokumpu Zugeständnisse.

Die Finnen kündigten am Donnerstag die Trennung von einigen Anlagen an, um die Bedenken der Wettbewerbsbehörde gegen den Zusammenschluss zu zerstreuen. Die EU-Kommission hat nun bis zum 16. November Zeit, die Vorschläge von Outokumpu zu prüfen. Der Konzern betonte, die Übernahme noch in diesem Jahr abschließen zu wollen. Das Transaktionsvolumen beläuft sich auf rund 2,7 Milliarden Euro.

Ein neuer Weltmarktführer

„Wir haben der EU-Kommission umfassende Abhilfemaßnahmen vorgeschlagen, die den geäußerten Bedenken begegnen und werden unsere konstruktiven Gespräche nun fortsetzen", sagte Outokumpu-CEO, Mika Seitovirta. Der Vorschlag von Outokumpu sieht den Verkauf der schwedischen Schmelz- und Kaltwalzkapazitäten in Avesta, Nyby und Kloster, von Teilen des europäischen Vertriebsnetzes sowie von zusätzlichen Kaltwalzkapazitäten in Avesta vor. „Wir sind weiterhin fest entschlossen, diese strategisch wichtige Transaktion zum Abschluss zu bringen", sagte Seitovirta. Angesichts der schwachen Wirtschaftslage und hoher Überkapazitäten kämpfen die europäischen Edelstahlhersteller mit Verlusten. Die Finnen wollen mit Inoxum einen neuen Weltmarktführer im Edelstahlbereich mit rund 18.000 Mitarbeitern und einem Umsatz von mehr als elf Milliarden Euro schmieden. ThyssenKrupp soll als Großaktionär an Outokumpu mit 29,9 Prozent beteiligt werden.

Die positive Einschätzung des AKTIONÄRs zu ThyssenKrupp dürfte mittlerweile bekannt sein. Der Konzern befindet sich derzeit in einer Umstrukturierungsphase, an deren Ende der Anteil des klassischen Stahlgeschäfts deutlich sinken dürfte. Kernstück dieses Prozesses ist der Verkauf der beiden kriselnden Werke in Übersee. Gelingt es ThyssenKrupp die Stahlwerke in Alabama/USA und Brasilien zu verkaufen, dürfte dies den endgültigen Befreiungsschlag für die Aktie bedeuten.

(mit Material von dpa-AFX)

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