ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp, Klöckner & Co, Salzgitter: Das Ende des Aufschwungs?

Der Aufschwung gerät ins Stocken. So viel scheint sicher. Konjunktursensible Aktien wie beispielsweise Stahlwerte standen in den vergangenen Tagen besonders unter Druck. Doch sind die Abschläge wirklich berechtigt?

Die Anleger haben sicher nicht vergessen, wie die Geschäfte bei den Stahlkochern und -händlern während der Finanzkrise eingebrochen sind. Fast alle Konzerne schrieben kurzfristig roten Zahlen. Hochöfen mussten still gelegt werden. Überkapazitäten traten zu Tage, die nur mühsam abgebaut werden konnte. Doch genauso schwungvoll wie der Absturz kam auch die anschließende Erholung. Maschinenbauer und auch die Automobilindustrie erholten sich rasch und die Nachfrage nach Stahlprodukten nahm entsprechend schnell wieder zu.

Nur eine Delle?

Doch wie sieht es diesmal aus: Anleger preisen derzeit eine Rezession in die Stahlaktien ein. Es spricht allerdings einiges dafür, dass es sich nur um eine Wachstumsdelle handeln könnte. Nach der raschen Erholung scheint diese nur logisch, schließlich lässt die Dynamik, die auch durch einen Lageraufbau getrieben war, nach. Zusätzlich lastet allerdings ein rückläufiger Stahlpreis sowohl auf den Produzenten als auch auf den Händlern. Dies dürfte sich jedoch in den kommenden Wochen beruhigen. Zudem sollten auch die Rohstoffpreise deutlich zurückkommen. Hier könnte es sich für die Stahlkocher auszahlen, dass die Preise zuletzt in kürzeren Zyklen verhandelt wurden. So könnten sich die niedrigeren Preise schneller auf niedrigere Produktionskosten durchschlagen.

Sicherlich ist das Umfeld für Stahlaktien derzeit schwierig. Doch die Preisabschläge scheinen überzogen zu sein. Das Rezessions-Zenario, das derzeit eingepreist wird, könnte sich nur als Schreckgespenst herausstellen. Dazu dürfte selbst eine Rezession die Konzerne nicht so hart und unvermittelt treffen wie in der Finanzkrise. Einzig für ThyssenKrupp könnte ein solches Szenario mit Schwierigkeiten verbunden sein. Der Konzern befindet sich mitten in der Umstrukturierung. Für Unternehmensteile die verkauft werden sollen, könnten womöglich nicht die Preise erzielt werden, die sich die Unternehmensleitung vorstellt. Zudem will man bei ThyssenKrupp auch die Werke in den USA Und Brasilien rasch in die schwarzen Zahlen führen. Mit einer Rezession könnte sich auch dieses Vorhaben weiter verzögern. Andererseits haben gerade die neuen Werke auch das Potenzial, positiv zu überraschen. Sollte die Rezession ausbleiben, ist die Aktie von ThyssenKrupp auf dem derzeitigen Niveau ein Schnäppchen.

Unterm Strich bleibt die fast schon selbstverständliche Erkenntnis, dass die Stahlkonzerne am Tropf der Konjunktur hängen. Allerdings wird derzeit sehr, sehr düsteres Rezessions-Szenario in die Kurse eingepreist. Dies dürfte sich als überzogen herausstellen. Alle drei Aktien haben deutliches Erholungspotenzial, wobei gerade die Nummer eins in Deutschland, ThyssenKrupp, positiv überraschen könnte.

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