ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Keine Zerschlagung – doch der Druck nimmt zu

Es wird ungemütlich bei ThyssenKrupp. Der Großaktionär Cevian verliert die Geduld und erhöht den Druck auf das Management. Lars Förberg, der Gründer des Hedgefonds, fordert eine Zerschlagung des Konzerns. Nach dem Stahl sollen auch die Technologiesparten eigenständig werden. Aufsichtsratschef Ulrich Lehner lehnt dies allerdings ab.

„Eine Zerschlagung des Konzerns ist überhaupt kein Thema“, so Lehner im Handelsblatt. Bereits 2014 habe eine Analyse des Aufsichtsrats ergeben, dass die einzelnen Bereiche zukunftsfähig sind und es unter der Dachmarke ThyssenKrupp Synergien gebe. Handlungsbedarf sah man lediglich beim Stahl. Ähnlich sieht es auch Vorstandschef Heinrich Hiesinger. Er will die Tata-Fusion zwar um jeden Preis realisieren, die Technologiesparten will er jedoch stärken. Sie sollen den Kern des künftigen ThyssenKrupp-Konzerns bilden.

„Wenn sich ein Aktionär in der Art und Weise öffentlich positioniert, dann schadet das dem Unternehmen,“ so Lehner zur Vorgehensweise von Cevian-Chef Förberg. Am Dienstag wollen sich Vertreter des Großaktionärs und Konzernchef Hiesinger in einem Gespräch austauschen. Hiesinger wird dabei zeigen müssen, wie er die Probleme in den Technologiebereichen in den Griff bekommen will: Die Aufzugsparte ist zwar lukrativ, hinkt aber den Wettbewerbern hinterher. Bei den Autokomponenten ist unklar, ob sich die hohen Investitionen auszahlen werden und der Anlagenbau steckt ohnehin in einer massiven Krise, auf die das Management erst spät reagiert hat.

Attraktives Chance-Risiko-Verhältnis

Bei ThyssenKrupp überwiegen die Chancen. Kann der Konzern die Tata-Fusion abschließen, steht die Aktie vor der Neubewertung. Deutlich höhere Kurse sind dann möglich. Nach Abschluss der langwierigen Stahlabspaltung dürfte es Hiesinger zudem leichter fallen, die Technologiesparten zu stärken. Es sollte dem Aktienkurs auch nicht schaden, dass Cevian den Druck auf das Management erhöht. Anleger bleiben an Bord. Der Stopp liegt unverändert bei 20,80 Euro.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Das erwartet den neuen Chef

In der Regel ist es kein gutes Zeichen, wenn ein Vorstandschef das Unternehmen überraschend verlässt. Manche Anleger mag es deshalb verwundern, dass die Aktie von ThyssenKrupp am Freitag nach der Rücktrittsankündigung von CEO Heinrich Hiesinger zunächst zulegen kann. Hintergrund ist die Hoffnung … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Darauf kommt es jetzt an

Bei ThyssenKrupp ist die Euphorie nach dem Stahldeal mit Tata groß. Trotz der Einigung der beiden Konzerne gibt es aber noch eine Hürde vor der Abspaltung. Die Kartellbehörden müssen dem Zusammenschluss zur neuen Nummer 2 in Europa zustimmen. Das könnte den Zeitplan durcheinanderwerfen. mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Darum steigt die Aktie

Trotz der Einigung mit Tata über die Stahlfusion haben Anleger bei ThyssenKrupp zu Wochenbeginn vergeblich auf den charttechnischen Befreiungsschlag gewartet. Am Mittwoch zählt die Aktie zu den stärksten Werten im DAX. Eine Hochstufung der UBS könnte der Startschuss für die Bullen sein. mehr