ThyssenKrupp
- Michael Schröder - Redakteur

ThyssenKrupp: Keine U-Boote für Down Under - Rücksetzer bietet Kaufchance

Thyssenkrupp ist bei der Ausschreibung eines Milliardenprojekts zum Bau von zwölf U-Booten in Australien leer ausgegangen. Die Regierung wählte den staatlichen französischen Schiffbaukonzern DCNS als bevorzugten Partner. Die Anleger reagieren bei der DAX-Aktie verschnupft.

Der über mehrere Jahrzehnte gestreckte Auftrag hat ein Volumen von rund 35 Milliarden Euro und wäre für ThyssenKrupp einer der größten Aufträge der Unternehmensgeschichte gewesen. Der Essener Industriekonzern war über seine Kieler Sparte ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS) im Rennen. Ebenfalls um den Auftrag beworben hatte sich ein japanisches Konsortium mit Mitsubishi Heavy Industries und Kawasaki Heavy Industries.

ThyssenKrupp hat noch eine Reihe anderer Eisen im Feuer. Vor allem die anstehende Branchenkonsolidierung könnte dem Konzern zusätzliche Dynamik bescheren und die DAX-Aktie weiter befeuern. Die Spekulationen über eine Konsolidierung in der europäischen Stahlbranche dürften schon bald Realität werden. Der Druck für die Konzerne ist enorm. Um weltweit wettbewerbsfähig zu bleiben, sind die Manager gezwungen, aktiv zu werden.

Für ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger wäre eine Branchenkonsolidierung ein Schritt nach vorne. Wie alle Stahlkocher Europas leidet auch der Essener Konzern unter der billigen Konkurrenz aus China und den Überkapazitäten. ThyssenKrupp könnte seine Stahlsparte mit Tata Steel oder ArcelorMittal zusammenführen, Synergien heben sowie weniger leistungsfähige Produktionsstätten abschalten und Kosten sparen.

Schon jetzt befindet sich der DAX-Konzern auf Wachstumskurs. Während vor vier Jahren noch ein Verlust von 2,79 Euro je Aktie zu Buche stand, steuert ThyssenKrupp im laufenden Jahr bereits auf einen Gewinn von mehr als einem Euro je Aktie zu. Anleger sollten den Rücksetzer nutzen, um eine Position auf- bzw. auszubauen. 

 

(Mit Material von dpa-AFX)

 

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