ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Im freien Fall – was jetzt?

Ein Ende der Talfahrt bei ThyssenKrupp ist aktuell nicht in Sicht. In der Woche nach der Gewinnwarnung gibt der DAX-Titel kontinuierlich weiter nach. Am Mittwoch hat die Aktie mit 16,15 Euro den tiefsten Stand seit über zwei Jahren erreicht. Inzwischen mehren sich auch bei den Experten die skeptischen Stimmen.

HSBC-Analyst Michael Hagmann hat ThyssenKrupp wegen der glanzlosen Gewinnentwicklung beispielsweise von „Buy“ auf „Hold“ abgestuft und das Ziel von 27 auf 19 Euro gesenkt. Es mangele derzeit auch an Kurstreibern. Lediglich das Stahl-Joint-Venture und die Aufspaltung des Konzerns brächten Aufwärtspotenzial. Die Risiken überwiegen aktuell aber.

Doch es gibt nach wie vor viele unterschiedliche Meinungen. Kepler Cheuvreux sieht das Ziel für ThyssenKrupp auch nach der Gewinnwarnung weiter bei 35 Euro. Die Bestellung von Bodo Uebber zum Aufsichtsratsvorsitzenden wäre eine gute Wahl. Das Bankhaus Lampe dagegen hält die Markterwartungen kurzfristig für überzogen. Der faire Wert wurde von 25 auf 18 Euro gesenkt.

Finger weg

Langfristig bleibt ThyssenKrupp zwar interessant. Alleine die Aufzugsparte dürfte mehr wert sein als das gesamte Konglomerat an der Börse derzeit. Doch die Kartellermittlungen um die Stahlpreise, das anhaltende Führungschaos und die zerstrittenen Großaktionäre bergen nach wie vor große Risiken. Aktuell bietet sich auch aufgrund des schwachen Chartbilds ein Einstieg nicht an. Anleger sollten das Geschehen von der Seitenlinie beobachten.

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