ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Gong zur nächsten Runde

Der Stahl und Technologiekonzern ThyssenKrupp läutet die nächste Runde im Bieterverfahren für die beiden Stahlwerke in Übersee ein. In der zweiten Phase wird einer Auswahl von Interessenten die Möglichkeit gegeben, die Werke zu analysieren und verbindliche Kaufangebote abzugeben.

Sowohl der Verkauf beider Werke als Einheit als auch die separate Veräußerung an unterschiedliche Investoren werde dabei in Erwägung gezogen. Der Konzern prüft seit Mai 2012 alle strategischen Optionen für die beiden Werke. Diese hatten sich als Verlustbringer für den Konzern entpuppt. Die Optionen umfassten auch eine Partnerschaft oder den Verkauf. Der Prozess verlaufe „planmäßig", teilte der Konzern mit. In einer ersten Phase hatten verschiedene Interessenten Unterlagen erhalten und Werksbesichtigungen durchgeführt. Weitere Details nannte der Konzern wegen des laufenden Verfahrens nicht. Der Verkaufsprozess wird von den Investmentbanken Goldman Sachs und Morgan Stanley begleitet.

Verkaufspreis?

Welchen Preis ThyssenKrupp für die beiden Werke erzielen kann, ist umstritten. Konzernchef Heinrich Hiesinger hatte in den Raum gestellt, er wolle mindestens den Buchwert für beide Werke bekommen. Das wären rund sieben Milliarden Euro. Analysten hingegen sind nicht ganz so optimistisch: Sie gehen im Schnitt von einen Verkaufserlös zwischen drei und vier Milliarden Euro aus. Der Konzern könnte mit einem erfolgreichen Verkauf wohl einen Großteil der Schulden tilgen, die nicht zuletzt durch den Bau der beiden Werke entstanden ist. Zuletzt saß der Konzern auf Verbindlichkeiten von rund sechs Milliarden Euro.

Keine Frage: Ein Verkauf wäre ein wichtiger Bestandteil des Umstrukturierungskurses, den Hiesinger mit Nachdruck vorantreibt. Nachdem der Verkauf der Edelstahlsparte nach der Zustimmung der EU-Kommission in trockenen Tüchern ist, steht nur noch die Veräußerung der beiden Stahlwerke in Übersee aus. Damit könnte sich ThyssenKrupp unabhängiger von den stark schwankenden Stahlpreisen machen und den Ausbau der Technologiesparte voran treiben. DER AKTIONÄR glaubt weiterhin, dass die Aktie das Potenzial hat, über 20,00 Euro zu steigen, sollte der Verkauf erfolgreich sein.  

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