ThyssenKrupp
- Thomas Bergmann - Redakteur

ThyssenKrupp: Geht die Aktie jetzt richtig ab?

Am Freitag ging die Thyssen-Aktie als Tagesgewinner im DAX aus dem Handel. Spekuliert wird über den Einstieg der RAG-Stiftung beim deutschen Stahlriesen. Am Wochenende nun macht ThyssenKrupp erneut Schlagzeilen.

Nach einem Bericht der Rheinische Post prüft ThyssenKrupp den Teilverkauf der europäischen Stahlsparte. Das Blatt beruft sich hierbei auf Kreise des Aufsichtsrates. Ein Konzernsprecher wollte die Information auf Anfrage der Zeitung nicht kommentieren. Im Gespräch ist nach dem Bericht der Verkauf eines Minderheiten-Anteils an dem Geschäft. ThyssenKrupp baut im europäischen Stahlgeschäft gerade 2.000 der aktuell 27.600 Stellen ab.

Einstieg der RAG-Stiftung?

Am Freitag legte die Thyssen-Aktie die beste Performance aller DAX-Werte aufs Parkett. Der DAX-Konzern profitierte von erneuten Spekulationen über einen möglichen Einstieg der RAG-Stiftung (DER AKTIONÄR berichtete). "Wenn wir von ThyssenKrupp oder von der Politik zu diesem Schritt gebeten werden, denken wir darüber nach", zitierte die Süddeutsche Zeitung (SZ) einen Insider aus dem Umfeld von RAG-Chef Werner Müller.

Der Essener Traditionskonzern steckt wegen milliardenschwerer Fehlinvestitionen in Übersee in Geldnot. Vorstandschef Heinrich Hiesinger kann daher eine Kapitalerhöhung nicht mehr ausschließen - eigentlich ein Tabuthema für ThyssenKrupp. Denn aller Voraussicht nach könnte dabei der Hauptaktionär, die Krupp-Stiftung, nicht mitziehen und damit ihre Sperrminorität von gut 25 Prozent als Schutz vor Übernahmen verlieren.

Zuletzt hatte RAG-Chef Müller ein Interesse an ThyssenKrupp zwar dementiert. Laut SZ könnte dies aber lediglich eine Absage auf Zeit gewesen sein. Da die RAG-Stiftung den Spezialchemiekonzern Evonik sehr effizient manage, seien die Spekulationen über einen Einstieg bei ThyssenKrupp positiv, kommentierte ein weiterer Marktteilnehmer. Trotz des jüngsten Dementis sei dieser Schritt nicht ausgeschlossen.

ThyssenKrupp

Unverändert

ThyssenKrupp braucht Geld. Sollten sich die geplanten Verkäufe noch länger hinziehen, könnte eine Kapitalerhöhung der letzte Ausweg sein. Trotz der Probleme und Risiken hält DER AKTIONÄR an seinem mittelfristigen Kursziel von 19 Euro fest.

mit Material von dpa-AFX

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