ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Erschreckend schwache Zahlen – Aktie schlägt sich zunächst robust – das steckt dahinter

Wie erwartet musste ThyssenKrupp im ersten Quartal einen Gewinnrückgang hinnehmen. Zudem rechnet der Stahl- und Industriekonzern mit einer Eintrübung der Konjunktur. Positiv ist dagegen, dass die hohen Verwaltungskosten reduziert werden sollen. Zudem wurde die Prognose für das Gesamtjahr bestätigt – die Aktie verliert dennoch leicht.

Das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) in den fortgeführten Aktivitäten ging im Vergleich zum Vorjahr um mehr als ein Drittel auf 168 Millionen Euro zurück. Der Umsatz kletterte hier zumindest um 2,8 Prozent auf 7,94 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 22 Cent je Aktie Gewinn – nach 13 Cent im Vorjahr.

Viele Herausforderungen

ThyssenKrupp bestätigte zwar die Prognose für steigende Gewinne. „Gleichzeitig nehmen aber konjunkturelle und politische Unsicherheiten zu“, warnte das Unternehmen auch. Ein Problem: Operativ schwächelte das Geschäft auf breiter Front. Die Autosparte rutschte in die Verlustzine, im Werkstoffhandel halbierte sich das Ergebnis. Beim Stahl war der operative Gewinn vor einem Jahr noch viermal so hoch und selbst die lukrative Aufzugssparte verdiente weniger als zuvor.

Um die Trendwende zu schaffen, will Konzernchef Guido Kerkhoff die Verwaltung straffen. Nach der Spaltung des Unternehmens – künftig soll es je eines für Werkstoffe und eines für Industriegüter geben – wird die Zahl der Vorstandsressorts auf je drei begrenzt. Bis zum Geschäftsjahr 2020/21 sollen die Verwaltungskosten so von 380 auf unter 300 Millionen Euro gesenkt werden. Diese hohen Kosten waren zuletzt einer der Hauptkritikpunkte von Investoren.

Abwarten

Die Probleme bei ThyssenKrupp sind vielseitig und schwer zu lösen. Wichtig ist allerdings, dass die Prognose bestätigt wurde. Dies gilt es nun in den kommenden Monaten mit besseren Zahlen zu untermauern. Aktuell bleibt das Chartbild aber auch nach den Zahlen äußerst trüb. Ein Einstieg bietet sich nicht an.

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Dieter Berg -
    Thyssen Krupp: Weiterhin ein klarer Verkauf. Der Buchwert beträgt nur gut 5 EUR/ Aktie. Niemand zahlt für ein Unternehmen mit so schwachen Wachstumsperspektiven, trotz Aufspaltung, den 2,5- fachen Buchwert. Schon 1,5 wäre viel - der faire Wert liegt bei 9 EUR. THY hat zuviele margenschwache Geschäfte und viel zu viel Personal. Bis das besser wird, ist noch ein weiter Weg - wenn überhaupt.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV

Mehr zum Thema:

| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Tata-Fusion auf der Kippe, aber...

Zu Beginn der neuen Woche zählt ThyssenKrupp erneut zu den schwächsten Werten im DAX. Trotz einiger positiver Analystenstudien kommt die Aktie nach wie vor nicht auf die Beine und nähert sich nun erneut dem Zwischentief bei 12,91 Euro. Zumindest beim Stahl-Joint-Venture mit Tata Steel strahlt der … mehr
| Maximilian Völkl | 0 Kommentare

ThyssenKrupp: Darum geht der Absturz weiter

Immer dramatischer wird die Lage bei ThyssenKrupp. Erstmals seit 2016 ist die Aktie am Donnerstag wieder unter 13 Euro gefallen, das Mehrjahrestief bei 12,56 Euro aus dem Februar 2016 ist inzwischen bedrohlich nahe. Und die Probleme setzen sich fort. Jetzt läuft es auch bei der Konzernperle … mehr