ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Diese Hürden bleiben noch

Die Aktie von ThyssenKrupp zählt am Dienstag erneut zu den stärksten Werten im DAX. Die nahende Stahlfusion mit Tata sorgt weiter für Euphorie bei den Anlegern. Noch in diesem Monat könnte es zu einer Einigung kommen. Es gibt aber noch einen Haken: Im Aufsichtsrat deutet sich ein Machtkampf an, der den Tata-Deal ins Wanken bringen könnte.

Bereits seit Monaten macht die mächtige IG Metall deutlich, dass sie nichts von einem Zusammenschluss mit Tata hält. Neben einer Deutschen Stahl AG will die Gewerkschaft auch eine Aufspaltung des Konzerns prüfen. Aufzugsbau, Komponentenfertigung und Industrial Solutions könnten in diesem Fall separat an die Börse gebracht werden. Laut Bloomberg hat die IG Metall mit Cevian einen Verbündeten gefunden. Der aktivistische Investor, der zwischen 15 und 20 Prozent der Anteile hält, ist ebenfalls im Aufsichtsrat vertreten und könnte die Pläne des Managements somit durchkreuzen.

Vorerst wird Konzernchef Heinrich Hiesinger aber die Pläne mit Tata weiter vorantreiben. Bei einem Deal sollen beide Partner genau 50 Prozent der Anteile an der neuen Stahltochter halten. Hintergrund: ThyssenKrupp könnte die Sparte samt milliardenschwerer Pensionslasten und Schulden entkonsolidieren und somit die schwache Bilanz entlasten. Gleichzeitig bliebe die Mitbestimmung nach deutschem Recht aber erhalten. Dies wiederum dürfte den Widerstand bei der IG Metall mindern.

Neustrukturierung läuft

Egal, welche Lösung es am Ende wird: In der aktuellen Form wird es ThyssenKrupp nicht mehr lange geben. An der Börse dürfte die Aktie deshalb eine Neubewertung erfahren. Die Tata-Fusion bleibt die Wunschlösung, doch auch ein Börsengang der lukrativen Töchter hätte Charme. Kurse über 30 Euro sollten so bald möglich sein. Anleger geben kein Stück aus der Hand und setzen auf den Ausbruch über das 52-Wochen-Hoch bei 27,07 Euro.

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