ThyssenKrupp
- Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Die Uhr tickt

Es wird langsam Zeit. Erneut ist eine Woche vergangen und ThyssenKrupp kann nach wie vor keine konkreten Pläne für die Stahlsparte vorlegen. Bei Arbeitnehmern und im Aufsichtsrat wächst die Unzufriedenheit und Konzernchef Heinrich Hiesinger gerät unter Druck. Auch für den Aktienkurs wäre ein Fortschritt bei den Tata-Verhandlungen sehr förderlich.

Bereits seit Wochen wird ein Gespräch von Hiesinger mit dem neuen Tata-Chef Natarajan Chandrasekaran erwartet. Die beiden Top-Manager sind sich grundsätzlich einig, dass auf dem europäischen Stahlmarkt eine Konsolidierung wichtig wäre. Im weit verzweigten Tata-Konglomerat stehen die Aktivitäten in Europa allerdings nicht an erster Stelle. Der Druck lastet daher auf ThyssenKrupp, dass das Sorgenkind unbedingt abspalten will – vor allem auch, um die angeschlagene Bilanz aufzupolieren.

Für Hiesinger könnte die Stahllösung selbst zur Schicksalsfrage werden. Die Reformen, die er seit seinem Amtsantritt 2011 ankündigt, kommen nach wie vor nur schleppend voran. Das Stahlfiasko in Amerika ist inzwischen zwar beendet, doch vor allem die milliardenschweren Pensionslasten in Europa drücken unverändert auf die Bilanz. Die neue Korruptionsaffäre in Israel erinnert zudem fatal an vergangene Krisenzeiten und selbst die eigentliche Vorzeigesparte Aufzugsbau hinkt bei den Margen den Wettbewerbern hinterher.

Gute Aussichten

Die Auflistung zeigt, dass ThyssenKrupp nach wie vor mit Problemen zu kämpfen hat. Hiesinger wird aber eine Lösung für die Stahlsparte finden – sei es eine Fusion mit Tata, ein Zusammenschluss mit einem anderen Wettbewerber wie Severstal oder ein eigenständiger Börsengang. Das Management kann sich dann darauf konzentrieren, die lukrativeren Technologiesparten zu stärken. Die Aktie steht stünde vor einer Neubewertung. Kurse über 30 Euro wären möglich.

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