ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Die sechs Gebote

Es tut sich wieder etwas bei dem Stahl- und Technologiekonzern ThyssenKrupp. Medienberichten zufolge sind bei dem Konzern sechs verbindliche Angebote für die zwei Stahlwerke in Brasilien und Alabama/USA eingegangen. Dabei zeichnet sich jedoch ab, dass ThyssenKrupp nicht die erhofften 3,9 Milliarden Euro einnehmen wird.

„Die Angebote laufen jetzt ein", sagte ThyssenKrupp-Chef Heinrich Hiesinger am Donnerstagabend vor der Wirtschaftspublizistischen Vereinigung Düsseldorf. Er habe sie aber noch nicht gesichtet. Die Nachrichtenagentur Dow Jones meldet, dass dem Bieter Tandem aus ArcelorMittal und Nippon-Sumitomo Corp gute Chancen eingeräumt werde. Auch das brasilianische Unternehmen Cia Siderugica Nacional, kurz CSN, liege gut im Rennen. CSN soll eine Offerte von 3,8 Milliarden Dollar für beide Werke abgegeben haben.

Alle Teilnehmer zeigen Interesse

ThyssenKrupp teilte dem Wall Street Journal Deutschland mit, dass „alle Teilnehmer der Due Diligence (...) nach wie vor nachhaltiges Interesse an einem Erwerb" zeigen. Due Diligence bezeichnet die Prüfung der Bücher. Mitte Dezember hatte der Konzern mitgeteilt, dass mehr als eine Handvoll Bieter die Bücher von Steel Americas prüfen. Diese Phase sei jetzt weitgehend abgeschlossen, hieß es in der Stellungnahme des Stahlkonzerns.

Der Aktienkurs von ThyssenKrupp hat in den vergangenen Tagen alles andere als Anlass zur Freude gegeben. Bei der Aktie wollte einfach kein Kaufdruck aufkommen. Auch die Meldungen, wonach ThyssenKrupp nicht die erhofften 3,9 Milliarden Euro einnehmen wird, dürften kaum für Rückenwind sorgen. Die Aktie bleibt zwar mittelfristig aussichtsreich, das Chartbild spricht aber gerade nicht für einen Neueinstieg.

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