ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Die Krise hat längst Finnland erreicht

Der finnische Edelstahlhersteller Outokumpu ist 2012 wegen der Branchenkrise tief in die roten Zahlen gerutscht. Mit einer Besserung der Lage am Stahlmarkt rechnet das Unternehmen, an dem der Industriekonzern ThyssenKrupp seit dem Verkauf der Edelstahlsparte Inoxum mit knapp 30 Prozent beteiligt ist, frühestens ab Ende März.

Der operative Verlust dürfte auf vergleichbarer Basis zum Jahresauftakt jedoch höher ausfallen als im vierten Quartal. Dann ist auch zum ersten Mal Inoxum voll eingerechnet. Im vierten Quartal fiel bei Outokumpu - noch ohne Inoxum - ein vergleichbarer operativer Verlust von 76 Millionen Euro an - nach einem Minus von 35 Millionen ein Jahr zuvor. Der Umsatz ging um elf Prozent auf eine Milliarde Euro zurück. Im Gesamtjahr fiel der Erlös um neun Prozent auf 4,5 Milliarden Euro. Unter dem Strich stand 2012 ein Minus von 535 Millionen Euro und damit fast dreimal so viel wie 2011.

29,9 Prozent Beteiligung

Die Finnen hatten die Übernahme der ThyssenKrupp-Tochter Inoxum im Dezember nach langem Gezerre mit der EU-Kommission abgeschlossen und sind seitdem der weltgrößte Produzent von Edelstahl. Der Industriekonzern hatte für Inoxum eine Milliarde in bar erhalten. Outokumpu übernahm zudem Schulden und Pensionsverpflichtungen. Außerdem sind die Essener seit der Übernahme mit 29,9 Prozent an dem finnischen Unternehmen beteiligt. Wegen der anhaltenden Probleme im Stahlmarkt hatte Seitovirta im Januar angekündigt, noch mehr Stellen streichen zu wollen.

DER AKTIONÄR bleibt mir Blick auf die ThyssenKrupp-Aktie bei seiner grundsätzlich positiven Einschätzung. Für die kommenden Monate dürfte der angestrebte Verkauf der beiden kriselnden Stahlwerke in Übersee richtungsweisend sein. Gelingt es dem Konzern, die beiden Werke in Alabama/USA und Brasilien zügig und zu einem vernünftigen Preis zu verkaufen, ist der Weg für höhere Kurse geebnet. Investierte Anleger bleiben an Bord.

(mit Material von dpa-AFX)

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