ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Blick in den Abgrund

Der Verkauf der Edelstahlsparte ist genehmigt, für die kriselnden Werke in Übersee gibt es jede Menge Interessenten und auch mit der Stahlkonjunktur soll es ab Mitte des kommenden Jahres wieder aufwärts gehen – eigentlich stehen die Voraussetzungen für steigende Aktienkurse bei ThyssenKrupp gut. Doch die Aktie blickt in den Abgrund.

Das Papier zeigt in den vergangenen Tagen deutliche Schwäche. Gestern halfen auch zwei Analystenkommentare nicht. Zum einen hat Independent Research die Aktie von „Verkaufen" auf „Halten" hochgestuft und das Kursziel deutlich von 14,00 auf 19,00 Euro erhöht. Nach Ansicht von Sven Diermeier mache der genehmigte Verkauf der Edelstahlsparte eine Neubewertung des Konzerns notwendig. Die Abhängigkeit von den schwankenden Stahlpreisen verringere sich. Abzuwarten bleibe aber, inwieweit der Konzern auch das Stahlgeschäft in Amerika erfolgreich verkaufen könne. Die Preisvorstellung von etwa sieben Milliarden Euro erscheine zu hoch.

Nomura sieht kurzfristige Kurstreiber

Nomura hat seine Kaufempfehlung mit Kursziel 19,00 Euro ebenfalls bestätigt. Die Stahlbranche sei momentan im Vergleich mit früheren Erholungsphasen bereits fair bewertet, schrieb Analyst Neil Sampat in einer Branchenstudie. Kurssteigerungen seien nur durch höhere Gewinnerwartungen des Marktes vorstellbar. Mit dem für die kommenden Monate erwarteten Anstieg der Stahlpreise sowie den Beteiligungsverkäufen bei ThyssenKrupp und ArcelorMittal seien zumindest kurzfristige Kurstreiber erkennbar.

So weit, so gut. Doch die Aktie reagierte darauf kaum und gehörte schon gestern zu den Verlierern am Markt. Aus charttechnischer Sicht spitzt sich die Situation langsam zu. Die Aktie sollte jetzt in der Widerstandszone zwischen 16,80 und 17,00 Euro Halt finden, ansonsten droht ein Abverkauf bis in den Bereich von 15,30 Euro. Anlegern bleibt derzeit nicht viel mehr übrig, als konsequente Stoppkurse zu setzen. Derzeit bietet sich ein Stopp knapp unterhalb der Widerstandszone an.

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