ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Befreiungsschlag?

Die Aktie des Stahlriesen ThyssenKrupp steht bei den Anlegern nach wie vor nicht gerade hoch in der Gunst. Immer wieder meldet der Konzern rote Zahlen. Vor allem die neuen Werke in Brasilien und Nordamerika belasten mit hohen Anlaufverlusten die Bilanz. Jetzt will der Vorstand alle Optionen für die Sparte prüfen.

„Wir haben angekündigt, unsere Leistungsfähigkeit nachhaltig zu verbessern und all unsere Geschäftsbereiche regelmäßig strategisch zu überprüfen", sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger. „Das gilt auch für unsere größte Herausforderung Steel Americas." Die beiden Werke in Übersee hatten in den ersten sechs Monaten des Geschäftsjahres einen Verlust von rund 500 Millionen beschert. Im Geschäftsjahr davor hatte der Verlust rund eine Milliarde Euro betragen. Bei ThyssenKrupp kann man sich sowohl eine Partnerschaft als auch einen Verkauf vorstellen.

Noch keine Gespräche

Die zur Disposition stehenden Werke wird ThyssenKrupp nicht sofort aufgeben. Der Hochlauf soll weiter vorangetrieben werden. Beide Produktionsstätten sollen zur Weltspitze zählen, was das technologische Know-how und die operativen Kosten angeht. Auf einen Zeitplan für einen möglichen Verkauf für das Steel-Americas-Geschäft wollte sich Hiesinger nicht festlegen lassen. „Dies wird nicht über Nacht passieren." Auch hätten noch keine Gespräche mit potenziellen Käufern oder Partnern stattgefunden.

Ein Verkauf der beiden Werke könnte für die Aktie den Befreiungsschlag bedeuten. Steel America hat das Ergebnis zuletzt stark belastet. Das frei gewordene Kapital könnte für einen weiteren Ausbau der Technologiesparte genutzt werden. In den kommenden Wochen könnten Meldungen über Fortschritte bei Gesprächen den Kurs beflügeln. Dennoch: Derzeit ist die Aktie nur etwas für Anleger mit langem Atem.

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