ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Auf Versöhnungskurs mit der Bahn

Zwischen der Deutschen Bahn und dem Stahlriesen ThyssenKrupp herrscht derzeit Eiszeit. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass der Stahlkonzern über seine Tochter GFT Gleistechnik in illegale Preisabsprachen beim Schienenverkauf verwickelt gewesen sein soll. Doch ThyssenKrupp bemüht sich, diese Eiszeit zu beenden.

ThyssenKrupp will mit der Deutschen Bahn wieder ins Geschäft kommen. Deshalb arbeitet das im DAX notierte Unternehmen die Vorwürfe von Preisabsprachen beim Schienenverkauf auf, heißt es Medienberichten zufolge. ThyssenKrupp führe Gespräche mit der Deutschen Bahn, unter anderem über eine Entschädigung, sagte ein Unternehmenssprecher am Mittwoch. ThyssenKrupp hatte im Verbund mit Voestalpine, CMC Trinec (heute Moravia Steel) und anderen Stahlfirmen Preise und Mengen auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Hauptgeschädigte war die Deutsche Bahn. Das Unternehmen musste seit Mitte der 1990er Jahre bis zu 30 Prozent zu viel bezahlen. Der Schaden soll sich auf rund eine Milliarde Euro summieren.

Klage gegen Ex-Vorstand

Zuletzt sorgte ThyssenKrupp für Aufsehen, als bekannt wurde, dass der Konzern Schadenersatzforderungen gegen seinen ehemaligen Vorstandsvorsitzenden Ekkehard Schulz prüft. Schulz soll den Bau des neuen Werks in Brasilien durchgeboxt haben, obwohl klar gewesen sei, dass die Kosten explodieren. ThyssenKrupp hat mit massiven Anlaufverlusten in Brasilien zu kämpfen. Schulz hatte zuletzt seinen Sitz im Aufsichtsrat geräumt.

Die Aktie des Stahlkonzerns gehört zu den großen Verlierern des zu Ende gehenden Jahres. Rezessionssorgen, die Probleme in Brasilien gepaart mit der hohen Verschuldung des Konzerns lasten auf der Aktie. Ein Verkauf der Edelstahlsparte könnte zum Befreiungsschlag werden. Dadurch könnte ThyssenKrupp mit einem Schlag einen Teil der Schulden tilgen und freie Liquidität schaffen, mit der wiederum die Technologiesparte, zu der unter anderem das lukrative Aufzugsgeschäft gehört, gestärkt werden könnte. Zudem will das Unternehmen seine Stellung in China ausbauen. DER AKTIONÄR glaubt an eine deutlich bessere Entwicklung im neuen Jahr. Anleger sollten die Aktie einsammeln. Fundamental ist das Papier derzeit günstig bewertet.

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