ThyssenKrupp
- Markus Bußler - Redakteur

ThyssenKrupp: Alle Augen auf die Hauptversammlung

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz hat es bereits angekündigt: Auf der Hauptversammlung des Stahl- und Technologiekonzerns ThyssenKrupp dürfte es zur Sache gehen. Auf dem Aktionärstreffen am 18. Januar wollen sie den drei entlassenen Vorständen und dem Aufsichtsrat die Entlastung versagen.

In beiden Fällen fordern die Anlegerschützer eine Vertagung, weil mit den aktuellen Informationen keine Entscheidung über eine Entlastung möglich sei. Anfang Dezember hatte der Stahlriese mitgeteilt, sich von den drei Vorständen Edwin Eichler, Olaf Berlien und Jürgen Claassen zu trennen. Damit verlor der Industriekonzern gleich die Hälfte des obersten Firmengremiums. Zur Klärung noch offener Fragen werde man notfalls die Einsetzung eines Sonderprüfers beantragen, erklärte DSW-Geschäftsführer Thomas Hechtfischer. Auch andere Kleinaktionäre reichten Gegenanträge zur Hauptversammlung ein.


Hohe Verluste

Im abgelaufenen Geschäftsjahr war der Stahl- und Anlagenbauer wegen hoher Abschreibungen auf zwei Stahlwerke in Brasilien und den USA mit rund fünf Milliarden Euro tief in die Verlustzone gestürzt. Außerdem stand das Unternehmen wegen Kartell- und Korruptionsaffären wochenlang in den Schlagzeilen. Die Deutsche Bahn reichte wegen illegaler Preisabsprachen von Schienenherstellern - darunter auch ThyssenKrupp - kurz vor Weihnachten eine Schadenersatzklage ein.

Die Probleme bei ThyssenKrupp sind hinlänglich bekannt - und längst im Aktienkurs eingepreist. Das A und O der kommenden Wochen und Monate dürfte der Verkauf von Steel Americas werden. Die beiden kriselnden Werke in Übersee sind für einen Großteil der Probleme bei ThyssenKrupp verantwortlich. Nach der Wertberichtigung mit den Jahreszahlen dürfte das größte Risiko bekannt sein. Gelingt es dem Vorstand, die beiden Werke zu verkaufen, dürfte dies der Befreiungsschlag für die Aktie sein.

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