TUI
- Markus Bußler - Redakteur

Thomas Cook: TUI-Rivale streicht Stellen

Vom Pleiteaspiranten zum Börsenhighflyer: Die Aktie des britischen Touristikkonzerns Thomas Cook ist an der Börse seit Wochen heiß begehrt. Seit Anfang Dezember hat sich die Aktie im Wert verdreifacht. Doch die Frage ist: Wie nachhaltig ist der Trend?

Finanzierungsprobleme haben dem Papier in der Vergangenheit massiv zugesetzt. Insbesondere der arabische Frühling vor zwei Jahren führte noch einmal zu einem Umsatzeinbruch. Es gab Experten, die sogar das Ende des Unternehmens vorhergesehen haben. Zu den Schwierigkeiten hatte vor allem das schwache Geschäft im krisengeschüttelten Großbritannien beigetragen. Auf dem Heimatmarkt lief im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2012/13 (Ende September) fünfmal so viel Verlust auf wie im Rest des Geschäftes von Thomas Cook.

Banken retten Thomas Cook

Doch allen Unkenrufen zum Trotz konnte Thomas Cook die Probleme vorerst in den Griff bekommen. Mit einer milliardenschweren Kreditlinie der Banken konnte das Unternehmen gerettet werden. Seitdem geht es auch an der Börse wieder bergauf. Ein rigoroser Sparkurs soll den Konzern endgültig wieder auf Kurs bringen. Dazu streicht das Unternehmen 2.500 Stellen, 195 Filialen sollen geschlossen werden.

Ähnlich wie der Konkurrent TUI-Travel buhlt mittlerweile auch Thomas Cook mit teuren Exclusiv-Reisen um die Kunden. Beide haben zuletzt auch höhere Preise durchgesetzt.  Im ersten Geschäftsquartal bis Ende Dezember lief es für den Branchenzweiten besser als ein Jahr zuvor. Zwar ging der Umsatz um sieben Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund zurück. Allerdings schrumpfte der Vorsteuerverlust weitaus stärker um 16 Prozent auf 128 Millionen Pfund.

Thomas Cook ist eine Turnaround-Story, deren Ausgang noch unsicher ist. Vor allem der britische Heimatmarkt zeigt sich als extrem schwierig. Gelingt es Thomas Cook, sich davon abzukoppeln, dürfte sich auch der Erfolg einstellen. Dennoch sieht DER AKTIONÄR konservativ orientierte Anleger mit der Aktie von TUI besser beraten. Hier dürfte in den kommenden Wochen der Verkauf von Hapag-Lloyd wieder in den Mittelpunkt rücken. Sollte dies gelingen, könnte das für die Aktie einen zusätzlichen Schub bedeuten.

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