- DER AKTIONÄR

Teva - Nase wieder vorn

Durch die Übernahme von Ivax ist Teva wieder die Nummer eins in der Generika-Branche. Ist der Marktführer einen Kauf wert? DER AKTIONÄR hat das Unternehmen unter die Lupe genommen.

Durch die Übernahme von Ivax ist Teva wieder die Nummer eins in der Generika-Branche. Ist der Marktführer einen Kauf wert? DER AKTIONÄR hat das Unternehmen unter die Lupe genommen.

Von Frank Phillipps

Teva hat wieder die Nase vorn: Gerade mal ein halbes Jahr hat es gedauert, bis sich die Israelis die Marktführerschaft in der Generika-Branche zurückgeholt haben. Anfang 2005 war die Novartis-Tochter Sandoz durch den Kauf der deutschen Hexal vorübergehend an Teva vorbeigezogen. Nun übernimmt Teva den Konkurrenten Ivax für rund 7,4 Milliarden Dollar in bar und Aktien und zahlt damit rund das Vierfache des 2004er-Umsatzes.

Das neue Gemeinschaftsunternehmen kommt im abgelaufenen Jahr auf einen kombinierten Umsatz von rund 6,6 Milliarden Dollar - und lässt damit Sandoz mit einem Umsatz von fünf Milliarden Dollar deutlich hinter sich. In den USA hat Teva/Ivax nach dem Zusammenschluss einen Marktanteil von etwa 18,4 Prozent und liegt damit deutlich vor den Wettbewerbern Mylan (12,6%) und Watson (9,2%). Rund 75 Prozent des Umsatzes wird das Gemeinschaftsunternehmen mit Generika - günstigen Nachahmermedikamenten - erzielen. Aber auch das Geschäft mit Markenmedikamenten gewinnt an Bedeutung.

Nicht nur Generika

So feierte Teva in den letzten Monaten große Erfolge mit dem Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone. Nachdem Biogen Idec das Konkurrenzprodukt Tysabri wegen unerwünschter Nebenwirkungen vom Markt nehmen musste, gewinnt Copaxone zunehmend Marktanteile. Allein im zweiten Quartal setzte Teva mit Copaxone rund 291 Millionen Dollar um - 29 Prozent mehr als noch im entsprechenden Vorjahreszeitraum. Copaxone schickt sich damit an, ein echter Blockbuster zu werden. Verstärkung soll die Teva-Pipeline noch in diesem Jahr durch ein Medikament zur Behandlung der Parkinson-Krankheit bekommen.

Auch im Bezug auf Markenmedikamente macht die Übernahme von Ivax Sinn: Der Konkurrent aus Miami hat sich vor allem mit seinen Inhalationsgeräten zur Behandlung von Asthma einen Namen gemacht. Dieses Geschäft gilt als hochmargig und weniger wettbewerbsintensiv.

Moderat bewertet

Mit einem 2006er-KGV von 17 ist die Teva-Aktie im Branchenvergleich moderat bewertet - vor allem, wenn man bedenkt, dass allein das Kriterium der Marktführerschaft einen höheren Aufschlag rechtfertigen würde. Durch die Übernahme von Ivax baut Teva nicht nur seine dominierende Stellung in den USA, sondern auch seine Reichweite in Lateinamerika und Europa aus. Dies sollte mittel- bis langfristig auch die Aktie zu neuen Höhen führen.

 

Teva

 

ISIN US8816242098
Kurs am 15.08.2005 26,35€
Empfehlungskurs 26,50€
Ziel 35,00€
Stopp 22,00€
KGV 06e 17
Chance/Risiko 3/2

Artikel aus DER AKTIONÄR (33/05).

 

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