Krones
- DER AKTIONÄR

Tetra Pak wie Flasche leer

Das säumige Rückgabeverhalten der Konsumenten bei Getränkeflaschen führt die Pfandregelungen vieler Länder ad absurdum. Experten schätzen, dass je nach Land zwischen 10 und 25 Prozent aller Pfandflaschen nicht in den Handel zurückgebracht werden. Allein die deutschen Konsumenten verschenken so jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag an die Einzelhändler.

Ausgerechnet das Pfand verhilft der Plastikflasche zu ihrem Comeback und verdrängt den Tetra Pak langsam aus den Supermarktregalen. Krones profitiert von diesem Trend.

Das säumige Rückgabeverhalten der Konsumenten bei Getränkeflaschen führt die Pfandregelungen vieler Länder ad absurdum. Experten schätzen, dass je nach Land zwischen 10 und 25 Prozent aller Pfandflaschen nicht in den Handel zurückgebracht werden. Allein die deutschen Konsumenten verschenken so jährlich einen dreistelligen Millionenbetrag an die Einzelhändler. Diese wittern ein Geschäft und nehmen wieder verstärkt PET-Flaschen statt der umweltfreundlicheren aber pfandfreien Tetra Paks in ihre Sortimente auf. Die Getränkeabfüller ziehen nach und investieren in neue Abfüllanlagen.

Nachlassender Wettbewerb

Hauptprofiteur dieser Entwicklung ist Krones, Weltmarktführer bei Abfüllanlagen für Getränkeflaschen. Allerdings haben die Bayern seit 2003 mit starkem Wettbewerbsdruck zu kämpfen. Tetra Laval, Hersteller des Tetra Paks, versuchte damals mit dem Kauf von Krones Konkurrent Sidel einen Fuß ins lukrative Geschäft mit PET-Flaschen zu bekommen. Bisher war dieser Vorstoß allerdings nicht von Erfolg gekrönt, aus Branchenkreisen ist zu hören, dass Sidel aufgrund seiner aggressiven Preispolitik exorbitante Verluste einfahre. Krones hingegen tätigte in den letzten Jahren massive Investitionen und nahm Sidel bei steigenden Gewinnen Marktanteile ab. Befanden sich beide Unternehmen vor sechs Jahren noch etwa auf Augenhöhe, macht Krones heute bereits 60 Prozent mehr Umsatz als sein Konkurrent. „Krones hat gezeigt, dass wir im Wettbewerb gut mitspielen können.“, kommentierte Vorstand Hans-Jürgen Thaus im Gespräch mit dem AKTIONÄR die aktuelle Lage und gab zudem einen optimistischen Ausblick: „Der Preiskampf, der stattgefunden hat, hat sich nicht weiter verschärft. Wenn die Situation so bleibt, werden wir unsere Erlöse im nächsten Jahr deutlich verbessern können.“ Für 2007 erwarten Analysten im Schnitt ein Ergebnis von 8,05 Euro je Aktie, was einem KGV von 12 entspricht.

Langfristig attraktiv

Krones hat im harten Wettbewerb der vergangenen Jahren große Kostensenkungspotenziale realisiert. Der nachlassende Druck auf die Preise für Abfüllanlagen, der sich aktuell abzeichnet, dürfte sich langfristig positiv auf die Gewinnsituation bei dem ohnehin schon günstig bewerteten Unternehmen auswirken. Die Aktie ist ein solides Langfristinvestment.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 50/2006.

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| Michael Schröder | 0 Kommentare

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