Tesla
- Jochen Kauper - Redakteur

Tesla-Chef Elon Musk: Zwischen Genie und Wahnsinn

Irgendwie muss Elon Musk schon etwas durchgeknallt sein. Oder ihm ist in seiner Freizeit einfach langweilig. Musk war einer der Gründer von Paypal, ist aktuell gleichzeitig Chef von SpaceX sowie Tesla, ist mit am Bord von SolarCity und hat mit Hyperloop bereits das nächste große Ding am Start. Der geniale Firmenlenker Musk liebt es in der Öffentlichkeit zu stehen, mit seinen vollmundigen Ankündigungen und Prognosen für Aufmerksamkeit zu sorgen. Aufmerksamkeit, Publicity, die braucht Elon Musk auch. Nämlich um seinem Lieblingsspielzeug, dem Elektrobauer Tesla endlich den Durchbruch zu verschaffen.

Hochtrabende Pläne
Tausendsassa und Visionär Musk hat in den letzten Jahren viel bewegt, hat mit Telsa eine neue Automarke aus dem Boden gestampft und mischt mit seinem hippen Elektroflitzer Model S die etwas angestaubte Autobranche auf. Den Jahresabsatz hat Elon Musk mit seiner Mannschaft in den letzten Jahren von 2.150 im Jahr 2012 bis auf 22.500 im vergangenen Jahr gepusht. Sicherlich ist Musk Stolz auf das Erreichte, auf den Track Rekord. Seine Vision hat aber ganz andere Dimensionen: einen Tesla-Absatz von einer halben Million Autos vor. Um das zu erreichen, hat Elon Musk vor kurzem zu recht ungewöhnlichen Maßnahmen gegriffen: Er erklärte kurzerhand die Tesla-Patente für überflüssig. Mit der einfachen Begründung: Patente behindern nur den Fortschritt, zementieren die Position der Branchengiganten und bereichern die Anwälte. „Man sollte so schnell mit Innovationen sein, dass man seine früheren Patente selbst entwertet,“ so Musk in seinem Tesla-Blog. „Wenn er jetzt als Nischenanbieter diese Patente verschenkt, hat er die besten Chancen, seine Technologie zum Industrie-Standard werden zu lassen. Was kann einem als Neuling in der mächtigen Autoindustrie Besseres passieren? Ohne diese Aktion wäre seine Technologie und er möglicherweise als David unter all den Goliaths gescheitert. Das ist fast schon ein genialer Schachzug“, sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut gegenüber dem AKTIONÄR.

China spielt eine Schlüsselrolle
Elon Musks Ziel ist es, das Elektroauto endlich populär, endlich salonfähig, der breiten Masse schmackhaft und zugänglich zu machen. Und genau dazu braucht Musk die Giganten der Autobranche wie zum Beispiel Toyota, Volkswagen oder auch BMW und Nissan. Genau die sollen nämlich in ihren Werken in Zukunft mehr Elektroautos bauen, denn: „Unsere wahre Konkurrenz sind nicht die wenigen Elektroautos, die nicht von Tesla kommen, sondern die Flut der Wagen mit Verbrennungsmotor, die jeden Tag die Werke verlassen“, sagt Elon Musk. Von einem Erfolg der Strategie ist Auto-Experte Dudenhöffer überzeugt. Kurzum: Wenn die ganze Branche mehr in Elektromobilität investiert, wird Tesla davon profitieren. Warum? Die Regierungen werden endlich Zeit und Geld in die Infrastruktur stecken, schließlich macht das Tesla derzeit nahezu im Alleingang. Der Schlüssel zu Teslas weiterem Erfolg liegt unter anderem in China. Die Regierung hat längst den stinkenden Mega-Cities den Kampf angesagt. Zwölf Millionen E-Autos bis 2020, so lautet das ehrgeizige Ziel der Regierung. „China kann für Tesla die Schlüsselrolle spielen, ein Wegfall der Importzölle für Elektroautos ist möglich“, so Dudenhöffer und ergänzt: „Tesla hat die Chance, in der Liga von Porsche, Audi, BMW, Daimler, Lexus, Jaguar-Landrover eine wichtige Rolle zu spielen."


Interessante Depotbeimischung
Fakt ist: Tesla ist das erste erfolgreiche amerikanische Start up im Automobilbereich in den vergangenen 90 Jahren. Als Kurstreiber gelten neben der Tatsache, dass Tesla nun die großen der Autobranche mit ins Boot holt das Vorhaben auch eigene Batteriespeichersysteme zu bauen. Das wird zu großen Kostenreduktionen führen und das Tempo der Innovationen für Batterien beschleunigen. Sicherlich ist in der Aktie bereits viel eingepreist, keine Frage, jedoch sieht die Aktie derzeit technisch sehr interessant aus. Tesla ist spekulativ, aber als Depotbeimischung geeignet, um etwas Pepp in das Depot zu bekommen.

 

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