Tencent
- Benedikt Kaufmann

Tencent: Bodenbildung bestätigt – hier kann nachgekauft werden

Für den gebeutelten chinesischen Highflyer Tencent geht es aktuell wieder bergauf. Fundamental kann der Konzern nach den Querelen mit den Regulierungsbehörden wieder punkten. DER AKTIONÄR empfahl vor wenigen Wochen den spekulativen Einstieg mit einer ersten Position. Jetzt wurde die Bodenbildung charttechnisch bestätigt – doch die große Prüfung steht noch aus.

Q-Zahlen bringen die Wende

Die Quartalszahlen markierten den Wendepunkt für die Tencent-Aktie. Seit März bestimmten die Gaming-Probleme die Performance, doch die Zahlen zum dritten Quartal warfen das Licht auf das brummende Werbegeschäft. Hier sorgten sich die Anleger zwar, dass die schwächere Konjunktur in China sich auf die Werbeumsätze niederschlagen könnte. Eine Angst, die sich jedoch als unbegründet erwies.

Die Plattform WeChat liefert aktuell 1,08 Milliarden monatlich aktive Nutzer, die aktuell nur gering monetarisiert werden. Hier bieten sich kurz- bis mittelfristige Chancen das schwächelnde Gaming-Segment teilweise auszugleichen. Im dritten Quartal wuchs das Werbegeschäft um 47 Prozent.

Langfristig bieten Payment-Dienste, Cloud und Künstliche Intelligenz weitere Chancen. Ein zweischneidiges Schwert, denn die hohen Investitionen in die Zukunftsgeschäfte machen sich aufgrund der Schwächen im hochprofitablen Gaming-Segment nun verstärkt bemerkbar.

Fundamental gelang es Tencent im Q3, die Aufmerksamkeit auf das überraschend starke Werbegeschäft zu lenken. Gleichzeitig bleibt eine Einigung bei der Lizenzvergabe für Videospiele weiterhin möglich – wahrscheinlich jedoch erst 2019. Tencent bemüht sich zudem durch Restriktionen für Minderjährige, den Vorwürfen zu begegnen, dass Videospiele Gesundheitsprobleme auslösen würden.

Warten auf neues Kaufsignal

Das Sentiment dreht – das lässt sich auch am Chart ablesen. Nach einem Kursverlust von in der Spitze 45 Prozent (März bis Oktober 2018) hat die Tencent-Aktie diesen Abwärtstrend nun durchbrochen. In wenigen Tagen wurde die 38- und die 50-Tage-Linie überwunden. Zudem konnte die Aktie den Widerstand bei 300 Hongkong-Dollar hinter sich lassen. Charttechnisch steht jetzt die nächste Prüfung an: die wichtige 90-Tage-Linie bei 318 Hongkong-Dollar. Gelingt hier der Ausbruch, dürfte die Trendwende mittelfristig geschafft sein.

Die erste Position, die DER AKTIONÄR bei 31,66 Euro in Ausgabe 42/2018 empfahl, kann hier aufgestockt werden.

 

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