Technotrans
- Werner Sperber - Redakteur

Technotrans zieht kühl nach oben

Technotrans übernimmt die Mehrheit an der Termotek AG, einem Spezialanbieter für Laserkühlungen. Damit kommt der Druckmaschinen-Zulieferer endlich wieder einen kleinen Schritt damit voran, sich neue Märkte zu erschließen. Die Druckmaschinenindustrie bleibt zwar dauerhaft ein wichtiger Markt, doch mit der Medizintechnik, der Werkzeug- oder der Automobilindustrie ist das Betätigungsfeld nun breiter geworden.

Für einige Marktteilnehmer ist die Ankündigung von Technotrans wohl überraschend schnell gekommen, die Option zu nutzen, um die Mehrheit an der in Baden-Baden ansässigen Termotek AG rückwirkend zum 1. Januar 2011 zu übernehmen. Dem Aktienkurs von Technotrans hat die Meldung deutlich geholfen. Der Systemanbieter für die Druckindustrie mit Firmensitz in Sassenberg und der Spezialanbieter für Laserkühlungen arbeiten bereits seit Ende Juli 2010 bei der Entwicklung, im Einkauf, der Produktion und dem Vertrieb zusammen.

Im Gespräch mit dem AKTIONÄR erläuterte Thessa Roderig, Leiterin Corporate Communications, Technotrans habe 75,1 Prozent an Termotek gekauft und weniger als einen Jahresumsatz bezahlt. Gespräche mit den drei Eigentümern von Termotek bezüglich des Kaufs der restlichen 24,9 Prozent halte sich Technotrans offen. Termotek entwickelt und baut Temperiergeräte für Laser vor allem in der Halbleiterindustrie, für medizinische Geräte, für Lasermarkiersysteme und für das Kunststoffschweißen. Nach Angaben des Firmengründers und Vorstandsvorsitzenden Frank Domnick dürfte das Unternehmen, das rund 50 Mitarbeiter beschäftigt, im Jahr 2010 damit rund sieben Millionen Euro erlöst haben. Domnick soll die Firma weiter leiten und die Produktpalette um Lösungen für leistungsstärkere Laser und um kombinierte Temperier- und Filtrationssysteme erweitern.

Zukäufe und Kooperationen sind möglich

Henry Brickenkamp, Sprecher des Vorstandes von Technotrans, kommentiert: "Wir sind zu der Überzeugung gelangt, dass hier in erheblichem Umfang Synergien gehoben werden können. Außerdem erschließen wir uns mit dem Markt für Laseranwendungen einen auch in der Zukunft dynamischen Wachstumsmarkt. Termotek wird in unserer Strategie, in drei bis fünf Jahren rund 30 Prozent des Umsatzes außerhalb der Druckindustrie zu erwirtschaften, eine wichtige Rolle spielen." Brickenkamp steht weiteren Zukäufen offen gegenüber, sieht jedoch auch Kooperationen als Möglichkeit an, den Konzern breiter aufzustellen. Der Vorstandssprecher prognostiziert bis zum Jahr 2012 den Umsatz aus dem Jahr 2007 von 150 Millionen Euro wieder zu erreichen. Bis dahin soll auch die EBIT-Marge wieder zehn Prozent betragen. Zudem sollen die Aktionäre wieder mit einer Ausschüttung am Konzernerfolg beteiligt werden. Brickenkamp sagt: "Für 2011 planen wir wieder eine Dividende ein." Dabei strebt der Vorstand an, rund die Hälfte des Gewinns auszuschütten.

Derzeit läuft es gut

Die Analysten der DZ Bank sowie von M.M. Warburg haben am Feiertag "Heilige Drei Könige" ihr Einstufung aktualisiert. Beide Häuser raten zum Kauf der Technotrans-Anteilscheine, wobei die DZ Bank das Kurziel mit 8,20 Euro angibt und M.M. Warburg mit elf Euro. Die innovative Technotrans AG und die Tochterfirma GDS AG, ein Dienstleistungsunternehmen für die Technische Dokumentation und der Entwickler des Redaktionssystems docuglobe, überzeugen mit ihren Produkten, wie die Erfolge auf der Messe Ifra und der Tekom-Jahrestagung belegen. Die wichtigen Kunden aus der Druckmaschinen-Branche freuen sich derzeit über eine Konjunkturerholung. Technotrans könne in diesem Bereich immer noch profitabel arbeiten. Auch charttechnisch sieht es gut aus, nachdem die Unterstützung bei 6,40 Euro gehalten hat. Die Analysten schätzen den Gewinn je Aktie für die Jahre 2010, 2011 und 2012 auf 0,36 Euro, 0,62 Euro und 0,80 Euro, was einem KGV von 19 beziehungsweise 11 respektive 8 entsprechen würde. Damit erschließt sich fundamental wie charttechnisch Kurspotenzial bis 8,50 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 5,80 Euro gesetzt werden.

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