- DER AKTIONÄR

Technik, die begeistert

Es geht Schlag auf Schlag am Neuemissionsmarkt. Mit namhaften Firmenlenkern und starken Zahlen im Gepäck startet Esmertec demnächst an die Schweizer Börse - vermutlich nicht billig, aber attraktiv.

Es geht Schlag auf Schlag am Neuemissionsmarkt. Mit namhaften Firmenlenkern und starken Zahlen im Gepäck startet Esmertec demnächst an die Schweizer Börse - vermutlich nicht billig, aber attraktiv.

Von Nancy Lanzendörfer

Keine Geringeren als der ehemalige France-Télécom-Chef Michael Bon, der frühere Swisscom-Vorstand Tony Reis und Ex-Infineon-Boss Ulrich Schumacher sitzen im Verwaltungsrat des nächsten Schweizer IPO-Kandidaten. Der Anbieter von Software-Lösungen für Mobiltelefone und Embedded Systems, also kleinen Rechnern zu Steuerungs- und Kontrollzwecken, will nun auch die Börse für sich begeistern.

Technologie der Zukunft

Esmertecs Softwarelösungen machen Handys Java-fähig und fördern eine optimale Nutzung der Hardwareressourcen - ein entscheidender Wettbewerbsfaktor im Mobilfunkmarkt. Schließlich steigt der Bedarf an Zusatzfunktionen, die es erlauben, Klingeltöne, Spiele oder kurze Videosequenzen auf das mobile Telefon zu laden. Während der Handyabsatz im laufenden Jahr Experten zufolge um 15 Prozent zulegen soll, wächst der Markt für Esmertecs Handy-Software sogar um 30 Prozent. Zur Freude der Schweizer, die sich zu den führenden Entwicklern in diesem Bereich und vier der sechs größten Handyproduzenten zu ihren Kunden zählen. Bei Set-Top-Boxen, Festnetztelefonen und industriellen Anwendungen, wo die Lösungen mittlerweile auch eingesetzt werden, sieht Esmertec aber auch großes Wachstumspotenzial.

Gute Verbindungen

Im letzten Jahr generierte Esmertec 90 Prozent des Umsatzes im Mobilfunkmarkt. Der Erlös stieg von 3,9 Millionen Dollar 2002 und 16,3 Millionen 2003 auf 26,8 Millionen. 2005 könnte er sich Analysten zufolge fast verdoppeln. Im ersten Quartal kletterte er bereits von 3,7 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 8,9 Millionen.

Dieses Jahr will der Börsenaspirant zudem Gewinne schreiben, nachdem 2004 noch ein Minus von 8,5 Millionen Dollar verbucht wurde. In den ersten drei Monaten 2005 fuhr Esmertec einen Nettogewinn von rund 400.000 Dollar ein. Bisher wurde Esmertecs starkes Wachstum mit Venture-Capital und einer millionenschweren Wandelanleihe finanziert. Mit dem Emissionserlös von rund 100 Millionen Dollar soll nun unter anderem das Asiengeschäft ausgebaut werden, damit man dort von der höheren Nachfrage profitieren kann. Schumacher beispielsweise soll im am schnellsten wachsenden Mobilfunkmarkt gute Verbindungen haben. Auch weitere Übernahmen sind eine Option.

Nicht billig, aber attraktiv

Die starken Zahlen und das vielversprechende Potenzial sprechen für Esmertec. Macht der Non-Mobile-Bereich mittelfristig wie geplant die Hälfte des Umsatzes aus, würden sich auch die Geschäftsrisiken diversifizieren. Wenngleich die Preisspanne erst am 23. Juni bekannt gegeben wird, scheint Esmertec aber nicht gerade günstig an die Börse zu kommen, die Marktkapitalisierung könnte rund 300 Millionen Dollar betragen. Die offensichtlich hohe Bewertung relativiert sich allerdings vor dem Hintergrund imposanter Wachstumsraten.

Artikel aus DER AKTIONÄR (26/05).

 

Artikel kommentieren:

Um einen Kommentar zu schreiben, müssen Sie eingeloggt sein.
Sie besitzen noch kein Login? Dann registrieren Sie sich kostenfrei.

  • Es sind noch keine Kommentare vorhanden.

Videos zum Thema:

Der Aktionär TV