Lufthansa
- Benedikt Kaufmann

Tarifstreit bei der Lufthansa: Kurzer Tiefflug oder erneuter Absturz?

Die Fluggesellschaft Lufthansa und die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) haben ihre Vorgespräche ergebnislos abgebrochen. Daraufhin fielen die Papiere und sind somit der schwächste DAX-Wert.

Seit mehreren Wochen hatten die VC und Lufthansa hinter verschlossenen Türen verhandelt. Streitpunkt waren die Übergangsversorgung des Cockpitpersonals, Gehälter und die Sicherheit der Arbeitsplätze in Zeiten von Billigangeboten. Streiks sind jedoch nicht zu befürchten, ließ ein Sprecher der VC verlauten. Einem internen Schreiben der VC-Tarifkommission ist aber zu entnehmen, „dass wir keinen Sinn in weiteren Gesprächen mehr erkennen können“. Nach Angaben eines Lufthansa-Sprechers ist man hingegen „weiterhin davon überzeugt, dass eine Einigung möglich ist, und wird alles daran setzen, die Gespräche mit der Vereinigung Cockpit wieder aufzunehmen".

Zu erinnern ist jedoch an die Tarifverhandlungen im vorherigen Sommer, in deren Lauf die Lufthansa Piloten 13 Mal zeitweise ihre Arbeit niederlegten, bis das Hessische Landesarbeitsgericht den Streik für rechtswidrig erklärte. Hinzu kommt die stets ungewisse Sicherheitslage an sämtlichen Flughäfen. So mussten in der vergangenen Nacht auch die Abfertigungsschalter der Lufthansa im New Yorker Kennedy Flughafen vorübergehend geschlossen werden. Des Weiteren ist ein stetiger Rückgang der Auslastung im Frachtgeschäft der Lufthansa Cargo zu beobachten.

 

Turbulente Zeiten

Auch wenn jüngste Berichte eine gewisse Hoffnung weckten, dass beide Streitparteien eine Lösung finden könnten, ist eben diese Lösung des Konfliktes wieder in weitere Ferne gerückt. Diese Unsicherheit stellt ein nicht zu kalkulierendes Risiko für Anleger dar, weshalb von dem Kauf von Lufthansa-Aktien weiter abzuraten ist.

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