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Tanox - In der Erfolgsspur

Gemeinsam mit Novartis und Genentech feiert Tanox den Erfolg des Asthmamittels Xolair. Zukünftig will Tanox auch in Eigenregie Medikamente auf den Markt bringen. Der Break-even könnte deshalb schon viel früher erreicht werden.

Gemeinsam mit Novartis und Genentech feiert Tanox den Erfolg des Asthmamittels Xolair. Zukünftig will Tanox auch in Eigenregie Medikamente auf den Markt bringen. Der Break-even könnte deshalb schon viel früher erreicht werden.

Von Frank Phillipps

Der Name Xolair ist in den USA bereits ein Begriff. Und auch in Europa wird er es bald sein. 2003 wurde das neuartige Asthma-Medikament für den US-Markt zugelassen, seit Ende Oktober dieses Jahres darf der Schweizer Pharmakonzern Novartis das Präparat auch in der EU vermarkten. Xolair, an dessen Entwicklung neben Novartis auch Genentech und Tanox beteiligt waren, verfolgt einen anderen Ansatz als herkömmliche Asthma-Medikamente. Das Antikörper-Präparat bekämpft nicht die Symptome, sondern soll die Ursachen für die chronische Entzündung der Atemwege beheben.

Neue Dimensionen

Für Novartis und Genentech ist Xolair nur ein Medikament unter vielen, die Bedeutung des Asthma-Mittels für Tanox ist sehr viel größer. Xolair ist bislang das einzige Medikament, das unter Mitwirkung der Biotech-Schmiede auf den Markt gekommen ist und soll die Firma aus Houston in eine neue Umsatzdimension befördern. Seit der Einführung von Xolair vor zwei Jahren sind die Umsätze bei Tanox deutlich angesprungen. Für 2005 rechnen die Analysten mit einem Umsatzplus von über 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Für die kommenden Jahre gehen die Experten von ähnlich rasanten Wachstumsraten aus (siehe Grafik). Die Erlöse könnten für Tanox zukünftig sogar noch deutlich höher ausfallen, wenn sich Xolair auch noch für andere Indikationen eignet. Derzeit wird das Präparat in klinischen Studien der Phase II auf seine Tauglichkeit zur Behandlung von Lebensmittelallergien getestet. Bislang gehen die Analysten von Vontobel von einem Marktpotenzial von 600 Millionen Dollar jährlich für Xolair aus. Bei einer Ausweitung der Anwendungsgebiete könnte Xolair Jahresumsätze von mehr als einer Milliarde Dollar erreichen. Nebeneffekt: Tanox könnte dann sogar früher als gedacht die Gewinnzone erreichen. Bislang erwarten die Analysten den Break-even für 2008.

HIV im Fokus

Die Tanox-Aktie hat in den letzten Wochen bereits deutlich zugelegt, dennoch hat das Papier bis Jahresende noch Potenzial. Als Katalysator könnten die Daten aus der Phase-II-Studie mit dem HIV-Medikament TNX-355 dienen, die Tanox noch vor Jahresfrist präsentieren will. Risikobereite Anleger legen sich deshalb einige Stücke als Beimischung ins Depot.

Artikel aus DER AKTIONÄR 48/05

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