Take-Two Interactive Software
- Benedikt Kaufmann

Take-Two: Nach Fortnite-Panik bleibt die Spiele-Aktie ein Kauf

red dead Take-Two

Take-Two rauscht nach den Zahlen ab. Trotz eines starken Quartals und Prognoseerhöhung sind die Anleger nicht zufrieden – die „Fortnite“-Angst geht um. Doch es lohnt sich, den Blick weiter zu fassen und das volle Portfolio des Gaming-Konzerns unter die Lupe zu nehmen. Dabei sei eines vorweggesagt: Take-Two hat mehr zu bieten als der Markt sich vorstellen kann. Die Aktie hat Potenzial.

Überragende Aufstellung

Take-Two hat zahlreiche Spieleserien im Portfolio. Zu den fünf kommerziell erfolgreichsten zählen „BioShock“, „Borderlands“, „Grand Theft Auto (GTA)“, „NBA 2K“ und „Red Dead Re­demption“. Bei allen fünf Spieleserien sind dabei zwei positive Faktoren festzustellen. Erstens: Jede neue Veröffentlichung kann mehr Exemplare verkaufen als der Serienvorgänger. Zweitens: Für jedes neue Spiel ist bereits ein Nachfolger angekündigt oder absehbar.

Take-Two hat damit in den vergangenen Jahren erreicht, was in der Gaming-Branche bisher nur Activision Blizzard und Electronic Arts gelang: große Marken zu etablieren, die für ein stabiles Umsatz- und Gewinngerüst sorgen. Die alleinige Abhängigkeit vom Erfolgsgaranten GTA ist damit passé. Das Risiko eines Flops wird durch das breitere Portfolio abgefedert.

GTA nicht allein auf dem Platz

Doch die Angst geht um. Fortnite zieht Abermillionen Spieler an und Umsatzgarant „GTA Online“ hat Schwierigkeiten. Der Konzern dürfte aber mit "NBA 2K19" und "RDR 2" die schwächeren Mikrotransaktionen im GTA-Multiplayer locker ausgleichen können. Es sollte Anleger nicht beunruhigen, dass einem 5-jährigen Spiel so langsam die Puste ausgeht, denn die neue Garde steht bereit. Entsprechend hebt Take-Two die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. „Red Dead Redemption 2“ verkaufte sich mit 23 Millionen besser als von der Unternehmensführung erwartet.

Wachstumsstar der Branche

Das Besondere: Die Chancen für Take-Two sind nach dem Rücksetzer von 30 Prozent aussichtsreich. Das 19er-KGV von 20 ist vergleichbar mit Activison Blizzard (17) und Electronic Arts (20) – im Gegensatz zu den Branchengrößen können die Franchises von Take-Two jedoch allesamt zulegen. Für das Fiskaljahr 2019 (bis 31.März) erwarten Analysten ein Umsatzwachstum von 66 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. Daneben bietet Take-Two eine beinahe schuldenfreie Bilanz. Ein Risiko bleibt das Mobile-Geschäft. In dem rasant wachsenden Markt steht Take-Two noch am Anfang der Monetarisierungsmöglichkeiten.

Fazit: Wir wetten auf Sieg

Vor knapp zwei Jahren in Ausgabe 07/2017 spekulierte DER AKTIONÄR auf einen Erfolg von „Red Dead Redemption 2“ und eine entsprechend positive Kursreaktion der Aktie von Take-Two. Heute steht der Gaming-Titel deutlich höher und "RDR 2" ist auf dem besten Weg, die vom AKTIONÄR erwarteten 30 Millionen Exemplare zu knacken.

Angesichts der günstigen Chancen erwartet DER AKTIONÄR, dass die Aktie innerhalb eines Jahres wieder in Richtung des Allzeithochs laufen dürfte. Der heftige Rücksetzer nach den Zahlen konnte abgeschwächt werden und im Bereich von 95 Euro findet sich eine wichtige Unterstützung. Geht der vorherrschende Abwärtstrend weiter und fällt diese Unterstützung, kann es runter gehen bis zum offenen Gap zwischen 80 und 85 Dollar.

Anleger, die der Empfehlung in DER AKTIONÄR Ausgabe 06/19 gefolgt sind, gehen das Risiko ein und bleiben dabei. Interessierte Neueinsteiger warten eine Bodenbildung und die Zahlen von Branchengröße Activision Blizzard ab.

Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG: Der Autor hält Positionen an Take-Two, die von einer etwaigen aus der Publikation resultierenden Kursentwicklung profitieren.

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