Solarworld
- Alfred Maydorn - Redakteur

Sunways-Übernahme – der Nächste bitte: Q-Cells? Conergy? Oder Solarworld?

Jetzt greifen die Chinesen also doch in Deutschland zu: Die deutsche Tochter des chinesischen Solarkonzerns LDK Solar sichert sich ein Drittel der Anteile der deutschen Sunways AG und bereitet die Komplett-Übernahme vor. Die Aktie schießt nach oben und reißt die gesamte Branche mit. Sind weitere Übernahmen möglich?

Das war ein echter Paukenschlag kurz vor dem Jahreswechsel: LDK Solar steigt bei dem deutschen Solarzellen-Hersteller Sunways ein und will die Firma komplett übernehmen. Über eine Kapitalerhöhung erwirbt eine Tochter von LDK Solar ein Drittel der Anteile, teilte die Sunways AG am Samstagabend mit. Noch im Januar wollen die Chinesen den übrigen Aktionären ein Übernahmeangebot zum Preis von 1,90 Euro je Aktie machen.

Q-Cells steigt mit

Der Kurs von Sunways schießt am Montag um rund 25 Prozent nach oben und notiert mit 1,89 Euro in etwa auf dem Niveau des geplanten Übernahmeangebotes. Aber auch die anderen deutschen Solarfirmen starten aufgrund der neu entfachten Übernahemefantasie mit Kursgewinnen ins neue Jahr. So notieren Solarworld und Conergy gut ein Prozent höher. Besonders ausgeprägt sind die Aufschläge mit über sechs Prozent bei Q-Cells.

Das Geld wird knapp

Der besonders starke Anstieg von Q-Cells überrascht nicht, denn beim angeschlagenen deutschen Solarkonzern ist die Übernahmefantasie am größten. Aufgrund der angespannten Finanzlage käme Q-Cells eine Kapitalerhöhung wie bei Sunways sehr gelegen. Im Februar steht die Rückzahlung einer Anleihe über 200 Millionen Euro an. Ähnlich wie Sunways unterhält auch Q-Cells Geschäftsbeziehungen zu LDK Solar.

Conergy und Solarworld: geringe Chancen

Eine Übernahme von Conergy ist indes eher unwahrscheinlich. Die Mehrheit der Aktien befindet sich mittlerweile im Besitz von Hedgefonds. Erst vor wenigen Wochen wurde mit der Wechselrichter-Tochter Voltwerk einer der werthaltigsten Unternehmensteile veräußert. Eine Übernahme von Solarworld erscheint ebenfalls unwahrscheinlich, weil Vorstandschef Frank Asbeck rund 27 Prozent der Stimmrechte hält und an einer Übernahme durch ein chinesisches Unternehmen kaum Interesse haben dürfte.

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| Thorsten Küfner | 0 Kommentare

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