- DER AKTIONÄR

Süßer Erfolg

Momenta hat ein Medikament entwickelt, das einen Millionenumsatz verspricht. Für das kleine Unternehmen ist dies der große Durchbruch. Das Management rechnet damit, dass der so genannte New-Drug-Application-Status bald zuerkannt wird.

Momenta hat ein Medikament entwickelt, das einen Millionenumsatz verspricht. Für das kleine Unternehmen ist dies der große Durchbruch.

Von Olaf Hordenbach

Das US-Biotechnologieunternehmen Momenta Pharmaceuticals steht vor der Zulassung seines ersten Medikaments. Das Management der Gesellschaft rechnet fest damit, dass die Gesundheitsbehörde FDA dem Präparat M-Enoxaparin in den kommenden Wochen den so genannten New-Drug-Application-Status zuerkennen wird. Danach kann das Unternehmen mit der Vermarktung des Produkts beginnen. Momenta verfügt über eine Technologie, mit der Zucker isoliert und dessen molekulare Struktur erfasst werden kann. Zucker spielt bei den Steuerungsvorgängen in Zellen eine wesentliche Rolle. Von der Zuckeranalyse erhofft sich Momenta tiefere Einblicke in die Zellfunktionen und in die Wirkmechanismen von Arzneistoffen.

Kooperation mit Sandoz

Wichtigste Geschäftsstütze ist die Kooperation mit dem Schweizer Generika-Hersteller Sandoz, einer Tochtergesellschaft von Novartis. Im November 2003 unterzeichneten die beiden Unternehmen eine strategische Allianz, um gemeinsam Medikamente zu entwickeln und zu vermarkten. Sandoz trägt die Entwicklungs- und Vermarktungskosten und unterstützt Momenta mit Meilensteinzahlungen. Am weitesten fortgeschritten ist man dabei mit dem Thrombosemittel M-Enoxaparin, einem Nachahmerpräparat des Blockbusters Lovenox von Sanofi-Aventis, dessen Patentschutz ausläuft. Sanofi-Aventis erwirtschaftete mit Lovenox im vergangenen Jahr einen Umsatz von 2,4 Milliarden Dollar.

Am 10. Mai veröffentlichte Momenta die Zahlen für das erste Quartal. Sie geben nur begrenzt Auskunft über die guten Aussichten des Unternehmens. Sollte nämlich M-Enoxaparin zugelassen werden, fließen der Gesellschaft hohe Erfolgszahlungen zu. Im ersten Quartal verbuchte das Unternehmen einen Nettoverlust von 3,8 Millionen Dollar. Erstaunlich ist, dass Momenta trotz hoher Forschungsaufwendungen immer noch über 50 Millionen Dollar Cash verfügt, die zum Teil aus dem Börsengang stammen. Da Sandoz die Kosten für Vermarktung, Werbung und Vertrieb von M-Enoxaparin übernehmen wird, dürfte sich die finanzielle Lage in nächster Zeit kaum verschlechtern.

Kräftiges Umsatzwachstum

Die Aktien von Momenta Pharmaceuticals sind eine überaus interessante Depotbeimischung. Unter der Annahme, dass M-Enoxaparin innerhalb der nächsten zwölf Monate zugelassen wird, kann für das Jahr 2006 mit einem Umsatz von zehn Millionen Dollar bei Momenta gerechnet werden. Da M-Enoxaparin als Standardtherapie mittelfristig Lovenox ablösen soll, kann in den darauffolgenden Jahren von weiter kräftig steigenden Umsatzzahlen ausgegangen werden.

Süßer Erfolg

Momenta Pharmaceuticals

 

ISIN US60877T1007
Kurs am 03.06.2005 9,72€
Empfehlungskurs 8,70€
Ziel 12,00€
Stopp 4,50€
KGV 06e --
Chance/Risiko 4/3

 

Artikel aus DER AKTIONÄR (23/05).

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