Suedzucker
- DER AKTIONÄR

Südzucker bringt Bioethanol-Tochter an die Börse

Dass Zucker nicht nur für den Magen gut ist, zeigen die Mannheimer nun auch mit der Umwandlung von Zuckerrüben in Benzin. Ein gewaltiger Zukunftsmarkt. Südzucker baut derzeit europaweit acht Bioethanolfabriken auf. Insgesamt werden 700 Millionen Euro investiert. Nun bringt Südzucker seine Bioethanol-Tochter CropEnergies noch in diesem Jahr an die Börse.

Südzucker bringt noch dieses Jahr seine Bioethanol-Tochter an die Börse. Positive Impulse für die Aktie sind vorprogrammiert.

Sugar, ah honey honey – you are my candy girl...“ – beim Warten in der Telefonschleife der Südzucker AG rieselt dieser süße Song ins Ohr. Dass Zucker nicht nur für den Magen gut ist, zeigen die Mannheimer nun auch mit der Umwandlung von Zuckerrüben in Benzin. Ein gewaltiger Zukunftsmarkt. Südzucker baut derzeit europaweit acht Bioethanolfabriken auf. Insgesamt werden 700 Millionen Euro investiert, bis 2010 ist eine jährliche Bioethanol-Produktion von über einer Milliarde Liter anvisiert. Damit wäre Südzucker mit einem Marktanteil von zehn Prozent europäischer Marktführer. Finanziert werden soll die Expansion durch einen Börsengang der Bioethanol-Tochter. "Mit einem Börsengang wollen wir die Weichen stellen, dass CropEnergies in 2008/09 die führende Position in Europa im Wachstumsmarkt Bioethanol einnimmt", sagte Südzucker-Vorstandssprecher Theo Spettmann in einer Stellungnahme des Unternehmens. Ein Schritt, der für positive Impulse des Südzucker-Papiers sorgen sollte.

27 Prozent Wachstum

Während das traditionelle Geschäft mit Zucker, Frucht und Functional Food dieses Jahr nur mit moderaten fünf Prozent auf 5,3 Milliarden Euro Umsatz wächst, bringt die Bioethanol-Produktion neuen Schwung. Denn bis 2010 dürfte sich der europäische Bedarf nach biologischem Kraftstoff um jährlich 27 Prozent erhöhen. Die EU-Zielvorgabe sieht bis dahin am gesamten Kraftstoffverbrauch einen Biokraftstoffanteil von 5,75 Prozent vor. Vor wenigen Tagen hat auch die deutsche Regierung beschlossen, dass bis 2010 sechs Prozent des verkauften Treibstoffes biologischen Ursprungs sein muss. Schon jetzt gewinnt Südzucker in Zeitz aus 700.000 Tonnen Weizen jährlich 260 Millionen Liter Bioethanol, künftig wird auch Zucker-Dicksaft verarbeitet. Auch die Geschäftsbereiche Functional Food (unter anderem Zuckeraustauschstoff Isomalt) und Frucht entwickeln sich derzeit erfreulich. Selbst das sich im Umbruch befindliche Segment Zucker – die seit 1. Juli 2006 geltende EU-Zuckermarktordnung sieht eine Senkung der Marktpreise vor – soll im Geschäftsjahr 2006/ 07 (bis 28. Februar) ein leicht verbessertes Ergebnis ausweisen.

Zucker macht dick

Das heutige Sorgenkind, der Zuckerabsatz, wird schon morgen durch ein florierendes Bioethanol-Geschäft überstrahlt werden. Gerüchteweise steht schon im September das IPO der Tochter an. Angesichts eines 2007er-KGV von 12 kann man sich daher ein paar Stückchen Südzucker gönnen. Denn die Nebenwirkung einer (Gewichts-)zunahme durch Zuckergenuss nimmt man beim Depot gerne in Kauf.

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| Marion Schlegel | 0 Kommentare

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