Suedzucker
- Benedikt Kaufmann

Südzucker: Neues Mehrjahreshoch in Sicht?

Nach einer Analyse der DZ Bank konnte die Südzucker AG zum Wochenstart gut zulegen. Der Zuckerhersteller outperformte den MDAX um zeitweise 2,5 Prozent.

Positive Analysen

DZ Bank-Analyst Heinz Müller prognostiziert einen weltweiten Mangel an Zucker im Wirtschaftsjahr 2016/17 von etwa neun bis zehn Millionen Tonnen. „Dies sollte sich auf das internationale Preisniveau stützend auswirken und zu einer Marktentlastung des europäischen Zuckermarktes nach dem Ende der Zuckermarktordnung beitragen“, erwartet Müller. Im September 2017 wird in der Europäischen Union die Zuckerquote fallen, die auch hierzulande mit Hilfe von Importzöllen und Mindestpreisgarantien den Zuckeranbau stützt. Südzucker hatte im Juli das vierte Quartal in Folge steigende Gewinne gemeldet und „das Marktumfeld für das Segment Zucker ist weiterhin als positiv einzuschätzen“, urteilte Müller.

Abgesehen von steigenden Preisen für Zucker und den daraus gewonnenen Produkten sieht der Experte aber auch Chancen am wachsenden Markt für Glukosesirup. Dessen Herstellung ist wesentlich billiger als die von Zucker, weshalb sich nach Schätzungen der EU-Kommission der Marktanteil auf zwölf Prozent verdreifachen wird. Dem Trend folgend nahm Südzucker am 18. August die neue Weizenstärkeanlage im sächsischen Zeitz offiziell in Betrieb. Der Zucker-Riese hat sich durch den Bau des Werkes auf dem neuen Wachstumsmarkt gut positioniert und mit Produktionskapazitäten von 140.000 Tonnen Glukosesirup pro Jahr die Möglichkeit sich ein gutes Stück vom eigens gesüßten Kuchen abzuschneiden.

Drohende Klagen

Einen kleinen Kursdämpfer erhielt Südzucker vorherige Woche, als bekannt wurde, dass auch Deutschlands größte Genossenschaftsmolkerei eine Kartellschadensersatzklage gegen Südzucker, Nordzucker sowie Pfeifer & Langen eingereicht hatte. Zusammen sind es nun 35 Unternehmen, die sich gegen die Übervorteilung durch das Zuckerkartell wehren und Schadensersatz fordern. Die drei Firmen hatten über viele Jahre Preise abgesprochen und Vertriebsgebiete aufgeteilt. 2014 waren sie deshalb vom Bundeskartellamt zur Zahlung von 280 Millionen Euro Bußgeld verpflichtet worden. Jedoch hat der Zuckerhersteller sein Fehlverhalten bereits zugegeben und eine 150 Millionen Euro hohe Rückstellung gebildet.

Empfehlung

Eine durchschnittlich leicht positive Analystenhaltung seit Anfang August und gute Prognosen für die börsennotierte Tochter CropEnergies könnten das Papier auf ein neues Mehrjahreshoch zusteuern lassen. Sollte Südzucker jedoch zu hohen Schadensersatzzahlungen verurteilt werden, wird die Aktie ihren Höhenflug stoppen. Erste Urteile sind aber erst Anfang nächsten Jahres zu erwarten. Bereits investierte Anlieger sollten ihre Position im Hinblick auf neue Kursgewinne halten. Für neue Investitionen stellt das schwebende Verfahren ein Risiko dar.

(Mit Material von dpa-AFX)

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