PALM INC. NEW DL-,001
- DER AKTIONÄR

Stürmische Zeiten

Wer Palm am 22.März 2000 in der Hoffnung auf steigende Kurse gekauft und noch immer im Depot hat, wird wohl ein zweites Leben benötigen, um auf Einstand zu kommen. Allein in der letzten Handelswoche büßte der Kurs 15 Prozent ein. Die Stimmung im Anlegerlager ist mies. Und sie dürfte es kurzfristig bleiben, denn gerade hat Vorstandschef Ed Colligan angekündigt, dass das mit Spannung erwartete Smartphone Treo 750 wegen einer fehlenden Zertifizierung erst im dritten Quartal (beginnt am 2. Dezember) in die US-Geschäfte kommt.

Palm verpasst mit seinem neuesten Smartphone das US-Weihnachtsgeschäft. Die Aktie stürzt ab. Warum Anleger sich das Papier trotzdem auf die Watchlist setzen sollten.

Wer Palm am 22.März 2000 in der Hoffnung auf steigende Kurse gekauft und noch immer im Depot hat, wird wohl ein zweites Leben benötigen, um auf Einstand zu kommen. Allein in der letzten Handelswoche büßte der Kurs 15 Prozent ein. Die Stimmung im Anlegerlager ist mies. Und sie dürfte es kurzfristig bleiben, denn gerade hat Vorstandschef Ed Colligan angekündigt, dass das mit Spannung erwartete Smartphone Treo 750 wegen einer fehlenden Zertifizierung erst im dritten Quartal (beginnt am 2. Dezember) in die US-Geschäfte kommt.

Verpasste Chance

Das Weihnachtsgeschäft scheint damit verpasst, denn bislang ist völlig unklar, ob „früh im dritten Quartal“ nun Dezember oder doch erst Januar heißt. Geht man aber davon aus, dass das Gros der Geschenke in dieser Preisklasse nicht auf den letzten Drücker gekauft wird, dann ist es wohl tatsächlich gelaufen. Allemal verdächtig ist, dass Colligan die Hiobsbotschaft mit einer Senkung der Geschäftsprognosen verbunden hat. So soll der Quartalsgewinn nur noch zwischen 0,15 und 0,16 Dollar (alt: 0,20–0,23 Dollar) je Anteilschein betragen. Keine guten Aussichten für Anleger auf der Suche nach dem schnellen Gewinn. Das Treo 750 verfügt über Microsofts Mobile-Betriebssystem und ist in Europa bereits erhältlich. Der Umstieg vom hauseigenen PalmOS auf die Plattform des Konkurrenten soll dabei die Attraktivität des Treo erhöhen und den Absatz über die großen Mobilfunkprovider ankurbeln, die gegen PalmOS gewisse Vorbehalte zu hegen scheinen. In ersten Tests schnitt das Gerät gut ab, insofern durfte sich das Management von Palm zu Recht auch Hoffnung auf eine gelungene Markteinführung in den USA machen. Zumal Smartphones den herkömmlichen PDAs, die zwar über Organizer-, nicht aber über Handyfunktionen verfügen, den Rang ablaufen. Die Verzögerung beim Treo 750 bedeutet für Palm allerdings nicht das Aus. Das ebenfalls neue Treo 680 ist von der Verzögerung nicht betroffen und wird seine Käufer finden.

Abstrafung übertrieben

Der Kursverlust der Aktien ist zu heftig ausgefallen, könnte sich aber kurzfristig fortsetzen. Das eröffnet risikofreudigen Anlegern eine Chance, denn fundamental ist Palm deutlich attraktiver als es der Chart Glauben machen will. So liegt das Umsatzvielfache bei 0,9 während der Konkurrent Research in Motion eines von 11 aufweist. Auch beim geschätzten 2007/08er-KGV sammelt Palm mit einem Wert von 17 Sympathiepunkte. Die Kassen sind mit 500 Millionen Dollar zudem prall gefüllt.

Unter Beobachtung

Anleger sollten die Aktien im Auge behalten und bei einer Bodenbildung eine erste Position aufbauen. Liegt das Treo 750 erst einmal in den US-Regalen, dürfte die „Krise“ schnell vergessen sein.

Erschienen in DER AKTIONÄR Ausgabe 50/2006.

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